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Premiere am Theater Schenefeld : Der Frust, die Liebe und der Kontrabassist

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

das Theater Schenefeld zeigt das bekannte Süskind-Stück „Der Kontrabass“.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Schenefeld | Mit einer besonderen Produktion wartet das Theater Schenefeld am Wochenende auf: Erstmals steht nur ein Schauspieler auf der Bühne, der die Zuschauer unterhalten will. „Der Kontrabass“ heißt das Stück von Patrick Süskind, das in Schenefeld gezeigt wird. Premiere wird am Sonnabend, 14. Oktober, gefeiert. Klaus Peter Fischer hat die tragende Rolle übernommen.

Der Schenefelder war es auch, der sich das Stück ausgesucht hat, berichtet Michael Matthiesen, Leiter des Theaters Schenefeld, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. „Er wollte das unbedingt mal machen“, führt er aus. Süskind ist vor allem bekannt geworden mit dem Roman „Das Parfüm“. Der Autor habe mit „Der Kontrabass“ ein furioses Werk geschaffen, das sich zu einem der meistgespielten Solostücke der letzten Jahrzehnte entwickelt hat, so Matthiesen. Regie führt Manfred Laudan.

„Für uns ist das auch ein Experiment“, berichtet Matthiesen. Der Theater-Chef hat das Stück selbst auch noch nicht auf der Bühne gesehen. „Ich bin sehr gespannt. Das ist eine große Herausforderung, ein Ein-Personenstück zu spielen. Ich habe großen Respekt davor.“ Die Premiere findet im Bürger- und Kultursaal statt. „Den lieben die Leute, weil man nah bei den Spielern ist“, erläutert Matthiesen. Die kleinere Location werde vom Theater vor allem für Aufführungen genutzt, bei denen es mehr auf das Spiel und den Ausdruck als auf ein großes Bühnenbild ankomme.

Darum geht es im Stück: In der Einsamkeit seines kleinen schallisolierten Zimmers offenbart sich der Kontrabassist als unglücklicher Kunst-Beamter auf Lebenszeit. Er hasst Wagner, unterschlägt schon mal aus Rache ein paar Noten, findet Dirigenten grundsätzlich überflüssig, kämpft mit viel Bier gegen den Feuchtigkeitsverlust und lässt seinem Frust freien Lauf: Der Kontrabassist, das „Tutti-Schwein“, (Klaus Peter Fischer), schimpft über die verkannte Rolle seines Instruments. Und zu allem Überfluss ist er zudem heimlich in die Sängerin Sarah verliebt, die ihn leider noch nicht einmal bemerkt hat. Schuld an dieser ganzen Misere ist, wie sollte es anders sein – der schrecklich unhandliche und unelegante Kontrabass.

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