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Studie : Den Schenefeldern geht es jetzt an die Nasen

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Unternehmen Pro Derm sucht für Untersuchung 3000 Probanden. Dem Nasenkeim auf der Spur.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2015 | 16:30 Uhr

Schenefeld | Das Schenefelder Unternehmen Pro Derm setzt ein bisschen auf den Promi-Faktor. Und so waren es gestern Nachmittag Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski und Bürgermeisterin Christiane Küchenhof, denen Dr. Katrin Vogel mit dem Wattestäbchen ganz vorsichtig in die Nasen fahren durfte. Sie beteiligen sich an der Studie „Keim erkannt – Gefahr gebannt“, die in den kommenden Monaten von dem Forschungsinstitut durchgeführt wird. 3000 Probanden werden gesucht. Den Schenefelder geht es an die Nasen.

Es geht um dem Keim „Staphylococcus aureus“. Er ist nur 0,001 Millimeter groß, kann aber für den Menschen enorm gefährlich werden. „Unter besonderen Umständen kann er schwerwiegende und lebensbedrohliche Entzündungen verursachen“, betont Dr. Reinhold Gahlmann, Leiter der Schenefelder Studie. Der Nasenkeim sei ein Problemkeim, weil er die Fähigkeit hat, Resistenzen gegen Antibiotika zu entwickeln. Resistente Keime hatten in diesem Jahr schon zu Todesfällen in Krankenhäusern geführt. Der Keim siedelt sich bevorzugt in der Nase an, kann sich aber auf den ganzen Körper ausbreiten. Laut Gahlmann tragen viele Menschen den Keim in sich, ohne es zu wissen – und stecken andere Menschen an. Die Übertragung erfolgt durch den direkten Kontakt mit anderen Menschen, beispielsweise beim Niesen und Umarmen. Ziel der Studie ist es, Informationen über die Häufigkeit und die Verteilung des Keims bei den Schenefeldern zu gewinnen. Gahlmann rechnet damit, dass zirka 20 Prozent den Keim in sich tragen. Zudem gehe es darum, die Bevölkerung über den Keim aufzuklären und ein Problembewusstsein zu schaffen.

Die aufwendige Untersuchung wird von einem Pharmaunternehmen finanziert – nicht ohne einen Hintergedanken. Es geht auch darum, ein neues Medikament auf dem Markt zu platzieren. Und so schließt sich an die erste Studie eine Behandlungsoption mit einem neuen Antibiotikum an – und zwar für alle die Probanden, die den Keim in sich tragen. Diese Behandlung ist laut Gahlmann kostenlos. Schenefeld sagt dem Nasenkeim den Kampf an.

Pro Derm untersucht seit 21 Jahren in Schenefeld als Forschungsinstitut im Auftrag von namhaften Herstellern aus aller Welt pharmazeutische und kosmetische Produkte in Bezug auf deren Wirksamkeit und Verträglichkeit. 100 Mitarbeiter sind in Schenefeld  beschäftigt. Das  Unternehmen sitzt im „Stadtzentrum“ und am Kiebitzweg. Für das Schenefelder Keim-Screening werden 3000 Probanden aus der Stadt und dem Umland gesucht. Gesunde Frauen und  Männer ab 18 Jahren  können an der Studie teilnehmen. Der Test ist kostenlos. Testtage sind der 14.bis 16. September, der 12. bis 14. Oktober und der 9. bis 11.November in der Zeit von 8.30 bis 12.30 Uhr. Anmeldungen nimmt das Forschungsinstitut unter Telefon 040-83935899 entgegen.
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