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Schenefeld : Das XFEL-Besucherzentrum ist realistisch

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Hamburg und Schleswig-Holstein beschließen ein Umsetzungskonzept zu erarbeiten. Ein Science Center mit 14 Millionen Euro ist wohl zu teuer.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 12:06 Uhr

Schenefeld | Der Traum von einem Besucherzentrum auf dem XFEL-Gelände in Schenefeld: Im Mai hatten die Stadt und die XFEL-Verantwortlichen die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorgestellt. Jetzt gibt es eine erste Entscheidung. Während einer gemeinsamen Kabinettssitzung der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg wurde beschlossen, ein Umsetzungskonzept für das Besucherzentrum zu erarbeiten. Das teilten der Elmshorner SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann und der Pinneberger SPD-Landtagsabgeordnete Kai Vogel mit. „Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Kristin Alheit und ihre Hamburger Kollegin Katharina Fegebank sollen bis März einen Vorschlag für die Umsetzung des Projekts entwickeln“, berichtete Vogel weiter. Die Potenzialanalyse, an der auch die Stadt Schenefeld und der Kreis Pinneberg beteiligt waren, solle in der Variante Besucherzentrum als Orientierung dienen.

Ein Besucherzentrum: Das ist die kleine Variante, die laut Machbarkeitsstudie zirka sechs Millionen Euro kostet und pro Jahr 60.000 Gäste anlocken soll. Zielgruppe sind Schüler, Studenten und Fachbesucher. Die große Lösung, ein Science Center mit Freizeit- und Eventcharakter, würde 14 Millionen Euro kosten. Wohl zu viel. Es sollte pro Jahr 150.000 Besucher anlocken, dabei auch Touristen ansprechen. Der Realisierungsfokus liegt nun klar auf dem Besucherzentrum.

Das länderübergreifende Votum wurde auch im Schenefelder Rathaus begrüßt: „Das ist ein sehr gutes Signal. Der European XFEL ist ein Leuchtturmprojekt in der Metropolregion Hamburg, und nur wenn beide Landesregierungen eng zusammenarbeiten und sich abstimmen, gibt es eine realistische Chance zur Verwirklichung des Besucherzentrums“, sagte Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. Das Besucherzentrum biete sich mit den geplanten Schülerlaboren außerdem als außerschulischer Lernort an. Küchenhof: „Das ist interessant für alle Schulen im Umkreis und ein weiteres wichtiges Argument für eine Realisierung des Projektes.“

Laut Rossmann ist vorgesehen, dass der Umsetzungsvorschlag mit dem Bund sowie der European XFEL GmbH eng abgestimmt werde. Der Bundestagsabgeordnete will sich in Berlin für die Verwirklichung des Besucherzentrums stark machen. „Wir gehen davon aus, dass die European XFEL GmbH um ein Betriebskonzept einschließlich spezieller Angebote für Schulen im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung gebeten wird. Sicher können dabei auch Synergien mit Einrichtungen des DESY genutzt werden.“ In den Landesregierungen soll eine Absprache mit den Wirtschafts- und Schulministerien erfolgen. Auf Basis des Umsetzungsvorschlags wollen Schleswig-Holstein und Hamburg ab März 2016 mit dem Bund die konkreten Lösungsmöglichkeiten für die Realisierung eines Besucherzentrums sondieren.

Die Großforschungsanlage XFEL – der Superlaser kann 27.000 Röntgenblitze pro Sekunde erzeugen – wird zurzeit gebaut. Kosten: 1,1 Milliarden Euro. Ab 2017 sollen Wissenschaftler aus der ganzen Welt am Hauptsitz in Schenefeld forschen. Aus Kostengründen war ein Besucherzentrum 2011 noch aus den Planungen gestrichen worden.

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