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Schenefelder Tageblatt

22. August 2017 | 05:56 Uhr

Kredit nötig : Das Sparbuch ist leergeräumt

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Der Etat für 2016 weist ein Plus von 239.900 Euro aus. Dennoch muss Schenefeld einen Kredit aufnehmen.

Schenefeld | Gegenseitiges Schulterklopfen statt politisches Gezänk: Der Rat hat den Etat für 2016 einmütig auf den Weg gebracht. Die Zahlen können sich sehen lassen. Die Stadt plant mit einem Plus von 239.000 Euro. Trotzdem: Erstmals seit acht Jahren muss die Stadt wieder einen Kredit einplanen, um die anstehenden Investitionen auch bezahlen zu können – und zwar in Höhe von 3,2 Millionen Euro. Denn das Sparbuch der Stadt ist praktisch leergeräumt, die Rücklagen aufgebraucht.

Keine Frage: Die Flüchtlingssituation fordert der Stadt zurzeit einen gewaltigen finanziellen Tribut ab. Allein drei Millionen Euro stehen im kommenden Jahr für den Bau von weiteren Unterkünften zur Verfügung. Laut Kämmerer Norbert Esmann kann die Stadt in diesem Fall Kredite für Null Prozent Zinsen in Anspruch nehmen.

Schenefeld wird aber auch im Bildungsbereich viel Geld in die Hand nehmen. Für den Neubau einer Krippe auf dem Gelände des Awo-Kindergartens an der Lindenallee und die Aufstockung des Hortgebäudes am Wurmkamp muss die Stadt zirka 950.000 Euro zahlen. Einrichtung, Ausstattung, Sanierung: Für Schulen stehen mehr als 800.000 Euro zur Verfügung. „Wir investieren auch für die Schenefelder Bevölkerung, nicht nur für die Zugereisten“, sagte CDU-Finanzexperte Klaus Brüning. Ein weiterer dicker Brocken sind die Kanalsanierungen, die 2016 anstehen. 500.000 Euro wird das kosten. „Insgesamt liegen die Investitionen im kommenden Jahr bei 5,9 Millionen Euro“, sagte SPD-Finanzexpertin Ingrid Pöhland. Grünen-Ratsherr Michael Behrens betonte, dass es richtig war, die Gewerbesteuer anzuheben. „Die Einnahmen in Höhe von 900.000 Euro können wir sehr gut gebrauchen.“ Die Schulden der Stadt betragen 3,7 Millionen Euro.

Kein Streit: Das hat Gründe. Das Juks als ewiger Zankapfel tauchte dank langjähriger Budgetierung nicht auf. Während der Beratungen verhielten sich die Fraktionen diszipliniert. Zur Erinnerung: 2015 mussten nachträglich 420.000 Euro im Bauausschuss zusammengestrichen werden, um den Etat zu retten. Und statt mit Kennzahlen und Zielen zu arbeiten, wurde eine Fragen- und Datenbank für die Politiker eingerichtet. Die wissen wieder, vorüber sie entscheiden.

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erstellt am 11.Dez.2015 | 18:02 Uhr

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