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Weihnachtsaufführung in Schenefeld : Das Sams-Team zieht alle Register

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Viel Applaus gab es für die professionelle Inszenierung des Theaters Schenefeld im Forum Achter de Weiden.

Schenefeld | „Hallo Kinder, ich habe gar nicht gemerkt, dass ihr alle wieder da seid. Wisst ihr, wer da in dem schönen Haus wohnt? Herr Taschenbier.“ Mit solchen Worten hat der Erzähler alias Victor Krohmer in roter Weste, Melone und Anzug das Publikum im Forum begrüßt. Als sich der Vorhang öffnete, wurde der Blick frei auf die bereits aus dem ersten Sams-Teil bekannte, liebevoll gestaltete Kulisse mit individuell-pittoresker Häuserzeile und Café.

Doch im weiteren Verlauf des Stückes sollten noch weitere kreative, leicht zu verschiebende Kulissen folgen. Denn Herr Taschenbier entpuppt sich im zweiten Teil als leichtsinnig, wünscht sich mal auf den Dachboden und mal auf eine Südseeinsel. Die Folge: Die Wunschpunkte im Sams-Gesicht verschwinden rasant.

Das Theater Schenefeld inszenierte den zweiten Teil des Kinderklassikers „Am Samstag kam das Sams zurück“ mit viel Charme und Fantasie im nahezu ausverkauften Forum-Saal. Zahlreiche Zuschauer freuten sich, die bekannten Charakterdarsteller in den Hauptrollen zu sehen. Birte Giesel war die Rolle des frech-pfiffigen rothaarigen Wesens mit den Wunschpunkten förmlich auf den Leib geschnitten. Das Sams verfiel im zweiten Teil sofort wieder in altbekannte Verhaltensmuster: verspeiste Tischplatten und Stuhlbeine im Akkord. Auch Johannes Laakmann und Andrea Matthiesen spielten erneut einen Herrn Taschenbier und eine Frau Rotkohl wie aus dem Bilderbuch. Das Schauspielteam meisterte Herausforderungen mit Bravour. Diese bestanden vor allem darin, dass sich Herr Taschenbier so häufig an unterschiedliche Orte wünschte. Den Beteiligten gelang es im Dunkeln einzelne Bühnen zügig zu verschieben.

Kreative Bühnenbilder

Auch die neuen Darsteller fügten sich perfekt in die liebevoll arrangierte Produktion ein. Dazu gehörte der von Gerrit Meyer-Haack verkörperte Herr Mon, der sich im Laufe des Stückes als wahrer Freund von Taschenbier entpuppte. Temperament- und humorvoll spielte Haack den Tierliebhaber, der zu allen Gelegenheiten Federvieh und Haustiere mit sich herumschleppte. Krohmer fesselte seine Zuschauer als Erzähler und überbrückte geschickt einige der zahlreichen Umbauten. Johannes Laakmann gelang es gekonnt, die Wandlung des Herrn Taschenbiers von einem etwas chaotisch-handelnden Junggesellen hin zum reifen, sich seiner innigen Zuneigung zum Sams bewusst werdenden Menschen zu inszenieren. Die Aufführung lebt zudem von sich turbulent entwickelnden Handlungen wie einer in heillosem Chaos mündenden Cafészen

„Hey, you verstehen, ich good friend, Freund, yes, yes“: Der Auftritt des SPD-Fraktionsvorsitzenden Niels Wieruch als Großwildjäger verleiht der Inszenierung den letzten Schliff. Mit seiner in rosa Strumpfhosen und Stöckelschuhen bekleideten Großwildjägergattin (Ariane Chergui) sorgte er für ausgelassene Stimmung in den Zuschauerreihen – unter denen sich auch Theaterurgestein und Helgoländer Max Arnhold befand.

Die Inszenierung wurde abgerundet durch aufwendige Details wie Wunschmaschine und Nostalgiewecker. Weitere Inszenierungen gibt es am Freitag, 11. Dezember, um 19.30 Uhr, Sonnabend um 14 und 17 Uhr sowie am Sonntag um 14 und 17 Uhr im Forum Theater, Achter de Weiden. Karten gibt es unter Telefon 040-8306209. Sie kosten sechs Euro.

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erstellt am 08.Dez.2015 | 11:28 Uhr

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