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Schenefelder Tageblatt

24. Oktober 2017 | 10:18 Uhr

Das Ringen um einen Stadtkern

vom

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 01:14 Uhr

Schenefeld | Siedlung und Dorf: Seit Jahren ringt Schenefeld um einen Stadtkern, der diesen Namen auch verdient. Jetzt hofft Schenefeld auf finanzielle Unterstützung aus Kiel. Die Stadt möchte in das bundesweite Förderprogramm "Aktive Stadt und Ortsteilzentren" aufgenommen werden. Das bestätigte Bauamtschef Günter Leimert. "Schenefeld ist prädestiniert für dieses Förderprogramm", betont Leimert.

Die Stadt will 2014 ran ans Geld. Zirka 100 Millionen Euro stellt Berlin pro Jahr zur Verfügung. In Schleswig-Holstein liegen in diesem Fördertopf für 2013 laut Innenministerium 7,4 Millionen Euro bereit. Wie hoch die Summe im kommenden Jahr sein wird, steht noch nicht fest.

Bisher ist kreisweit nur Pinneberg in das Förderprogramm aufgenommen worden. Schenefeld muss bis zum 31. August ein erstes "schlankes Konzept", quasi eine Charakterisierung der Problemstellung in Kiel einreichen. Im Innenministerium wird dann entschieden, ob die Kleinstadt vor den Toren Hamburgs die zweite und entscheidende Runde in dem Bewerbungsverfahren erreicht. Dann müsste bis Anfang Januar ein ausführliches Konzept in die Landeshauptstadt geschickt werden.

Wird Schenefeld auserwählt, könnten über mehrere Jahre Fördermittel fließen. Ein Drittel der Kosten müsste die Stadt tragen, den Rest schießen Bund und Land zu.

"Aktive Stadt": Natürlich hat Leimert die geplante Umgestaltung des "Stadtkern Süd" rund ums Rathausareal fest im Blick. Aber nicht nur. "Man darf den Stadtkerngedanken nicht zu klein fassen", mahnt der Bauamtschef. Er sieht die Stadt

Schenefeld in einer "guten Ausgangsposition".

Das Problem: Es gibt keine Verknüpfung zwischen dem "Stadtzentrum" im Norden und dem Rathausareal im Süden. Die vierspurige LSE schneidet die Stadt in der Mitte durch. Für die Entwicklung im Süden gibt es einen ersten Entwurf aus dem Rathaus (siehe Abbildung).

Aber auch für den Norden wurden schon vor Jahren Visionen für eine City-Gestaltung entwickelt. Eine war die Erweiterung des "Stadtzentrums". Der Neubau wurde 2012 eingeweiht.

Der dickste Klotz für einen richtigen Stadtkern im Norden wäre der Rückbau der LSE. Schenefeld träumt von einem großen Kreisverkehr. 25 000 Quadratmeter an Fläche in Zentrumsnähe könnten so gewonnen werden. Bücherei, Volkshochschule, Sozialstation, Stadtarchiv, sogar ein Neubau des Rathauses, die Errichtung eines Marktplatzes und die Verlagerung des Busbahnhofes ran an das "Stadtzentrum" standen zur Diskussion. Im Süden sollten die städtischen Grundstücke verkauft und Wohnbebauung realisiert werden.

Fakt ist: Schenefeld ist eine Stadt ohne Stadtkern. Davon können sich auch die Beamten aus dem Kieler Innenministerium überzeugen. Denn die schauen sich gern auch vor Ort um, um zu sehen, welche Kommunen von den Fördermitteln des Landes profitieren sollen.

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