Ein Stadtkern-Gang mit Grünen-Chef Mathias Schmitz : „Das ist Schenefelds letzte Chance“

Mathias Schmitz  scheut die Sanierungssatzung nicht.
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Mathias Schmitz scheut die Sanierungssatzung nicht.

Ein echter Stadtkern für Schenefeld: Das Millionen-Projekt hat gerade erst Fahrt aufgenommen, da streitet die Politik um die Größe des Untersuchungsgebietes.

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10. Juli 2015, 12:15 Uhr

Schenefeld | Donnerstag, 13 Uhr: Auf dem Rathausplatz bauen die letzten Marktbeschicker ihre Stände ab. Mathias Schmitz, Chef der Grünen und Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, schreitet in Richtung Stadtbücherei. „Das hier soll Schenefelds Zentrum sein.“ Er zeigt nach links – ein Parkplatz. Er zeigt nach rechts – ein Parkplatz. Ein echter Stadtkern für Schenefeld: Das Millionen-Projekt hat gerade erst Fahrt aufgenommen, da streitet die Politik um die Größe des Untersuchungsgebietes. CDU und BfB wollen nur südlich der LSE die Planungen anschieben. Grüne und SPD haben beschlossen, auch den Norden bis zum Kiebitzweg prüfen zu lassen. Schenefeld wurde ins Städtebauförderprogramm des Landes aufgenommen, kann mit Zuschüssen in Millionenhöhe rechnen.

Schmitz schüttelt den Kopf. Ihm steht nicht der Sinn nach Politik-Gezänk. „Das ist unsere letzte Chance, doch noch einen echten Stadtkern zu schaffen.“ Seit Mitte der 1980er Jahre wird diskutiert – ohne Erfolg. Er plädiert dafür, dem beauftragten Planungsbüro zu vertrauen.

Ein zentrales Dienstleistungsgebäude: Schmitz schlägt vor, es im Bereich Timmermannsweg neu zu bauen. „Der Neubau könnte über eine Brücke mit dem bestehenden Verwaltungstrakt verbunden werden.“ Es geht weiter, zur LSE, zu Schenefelds Autobahn, die die Stadt so unglücklich in zwei Hälften zerschneidet. Schmitz Blick geht in Richtung Pinneberg. „Alles ist besser als das, was wir hier sehen.“ Tunnel, Deckel – für Schmitz unrealistisch. „Wir könnten hohe Bäume pflanzen, so dass die LSE zumindest einen Alleecharakter erhält.“

Rüber über die LSE. Schmitz bleibt vor dem „Stadtzentrum “ stehen. „Es ist doch Aufgabe der Politik, ein attraktives Umfeld für das Einkaufszentrum zu schaffen“, sagt er mit Blick auf die Gewerbebetriebe an der Industriestraße. Hier könnte die Stadt – wenn nötig – auch mit Hilfe einer Sanierungssatzung stadtplanerisch eingreifen. Ebenso auf dem Altmann-Gelände am Kiebitzweg. Durch eine Sanierungssatzung könnte die Stadt Zugriff auf Grundstücke bekommen, die Bebauung beeinflussen.

Schmitz scheut sich nicht, die Daumenschrauben anzusetzen – wenn es im Interesse der Stadt, im Interesse der Bürger ist. „Wir sind doch nicht für die Glückseligkeit der Investoren zuständig“, sagt Schmitz. Das große Untersuchungsgebiet ist für ihn zwingend, um alle Optionen für die Stadt auszuloten.

Nächster Halt: Luninez-Brücke

Die Auf- und Abfahrten zur LSE: „Hier stehen riesige Flächen zur Verfügung, wenn es uns gelingt, die Kreuzung niveaugleich zu gestalten.“ Diesen Plan gibt es schon seit zehn Jahren. Der Busbahnhof könnte ans „Stadtzentrum“ rücken.

Zurück in den Süden. Auf dem freien Grundstück hinter der Trafostation könnten seit Jahren Wohnungen entstehen. Das Areal ist in Privatbesitz. „Auch hier könnte die Stadt Einfluss nehmen. Wir brauchen Wohnraum, vor allem barrierefreien.“ Die Stadtkern-Tour endet auf dem jetzt leeren, riesig anmutenden Rathausplatz. Räume brauchen Grenzen, sagt Schmitz. Wenn er in die Zukunft blickt, sieht er große Bäume, die Schatten spenden, vielleicht ein nettes Café.

Ein echtes Zentrum: Die geschätzten Kosten liegen bei 20 Millionen Euro. Acht Millionen Euro müsste die Stadt Schenefeld stemmen. „Diese Zahl muss niemanden erschrecken. Es geht um einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren.“ Schenefelds Stadtkern: Schmitz hofft, dass die Politik am Ende an einem Strang zieht.

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