zur Navigation springen

Nach dem Rücktritt : „Das Gymnasium schläft nicht“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die kommissarische Leiterin Carola Weber will die Schule weiter voranbringen. Neue Projekte werden umgesetzt.

Schenefeld | Seit fast einem Jahr leitet sie das Gymnasium Schenefeld kommissarisch: Carola Weber hält den Laden zusammen, treibt Projekte voran. Und das wird sie auch weiter tun müssen. Wie gestern berichtet, kehrt der neue Schulleiter Knut Leweke, der sein Amt eigentlich nach den Sommerferien antreten wollte, aus gesundheitlichen Gründen nicht zurück an die Schule.

Knut Leweke war der fünfte Schulleiter in drei Jahren. Horst Meyer war im Juni 2012 nach 16 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet worden. Rolf Schell hatte die Schule im Juni 2013 übernommen. Das Kieler Bildungsministerium sprach Schell aber noch in der Probezeit die Eignung ab. Der 60-Jährige musste das Gymnasium verlassen. Hartmut Appel hatte das Gymnaisum seit dem 1. Juni 2015 kommissarisch geleitet. Ihm sollte Leweke folgen. Nun wird die Stelle neu ausgeschrieben.

Der Verschleiß am Gymnasium ist beachtlich. Leweke war der fünfte Schulleiter in drei Jahren. Weber hält dies aber für Zufall, eine Verkettung unglücklicher Umstände. „Das ist ein tragischer Schicksalsschlag, der Herrn Leweke getroffen hat“, sagt sie. „Davor ist keiner gefeit. Aber das passiert eben. Das ist das Leben.“

Weber wird die Schule weiter leiten – bis ein Nachfolger gefunden ist. Auch sie könnte sich bewerben. Die 46-Jährige gibt zu, dass ihre derzeitige Aufgabe eine hohe Belastung darstellt. Über Jahre könne man dies nicht durchhalten. „Wir arbeiten hier am Rande der Belastung“, sagt die Bönningstedterin. Eine zügige Neubesetzung sei wünschenswert. Voraussichtlich wird die Stelle Anfang des Jahres neu ausgeschrieben.

Dennoch stellt die kommissarische Leiterin klar: „Das Gymnasium schläft nicht.“ Der Betrieb laufe normal weiter. Die Schule sei „gut positioniert, auf dem richtigen Weg“. Die Projekte würden konzentriert weiter verfolgt. Es gebe dabei viel Hilfe von der Stadt, so Weber. „Wir sind dabei, uns zu einem modernen Gymnasium zu entwickeln.“ Ein Schwerpunkt seien die Unterrichtsmethoden und die Medien. Zudem soll der Schulalltag schülerfreundlicher gestaltet werden, mit angemessenen Pausen. Auch das Projekt Mensa-Neubau werde weiterverfolgt. Die IT werde mit einem neuen Konzept modernisiert. Zudem steht die umfassende Sanierung an. Seit dem 1. Dezember präsentiert sich das Gymnasium auf einer neuen Homepage.

Es sei bereits Ruhe in die Schule eingekehrt. „Ich verwalte hier nicht. Ich gestalte“, sagt Weber. „Da tut sich etwas. Und viele Menschen helfen mit. Ich blicke ganz positiv in die Zukunft.“ Von Lewekes Nachfolger erhofft sie sich, dass die eingeschlagenen Wege weiterverfolgt werden. Bei allem Stress gefällt ihr die Arbeit. „Dadurch, dass es vorangeht, macht es mir auch Freude.“

Thomas Schunck, Pressesprecher des Ministeriums für Schule und Berufsbildung in Kiel, hält den ständigen Wechsel in Schenefeld für eine „besondere Entwicklung“. Ob schnell ein Nachfolger gefunden wird, hängt aus seiner Sicht vor allem von der Anzahl der Bewerber ab. „Es gibt da große regionale Unterschiede“, sagt Schunck. Einige Regionen seien beliebter als andere. Er könne sich aber nicht vorstellen, dass das Hamburger Umland unbeliebt sei.

Eine Prognose wagt Schunck nicht. Oft seien es „sehr persönliche Entscheidungen“, von denen abhängt, ob ein Lehrer auch Leiter sein will. „Viele wollen lieber in den pädagogischen Klassen arbeiten und nicht im Management“, erläutert der Pressesprecher. Vakanzen gebe es aber immer – in ganz Schleswig-Holstein.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 07.Dez.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen