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Schenefeld : Das Erntezeit-Projekt ist erneut gescheitert

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Eine 0,8 Hektar große Fläche in der Straße Aneken steht doch nicht zur Verfügung. Die Stadt hatte die Wiese einer Pferdebesitzerin zugesagt.

Schenefeld | Es gab schon mehrere konkrete Anfragen. 2016 sollte das Projekt Erntezeit des Schenefelder Ehepaars Jule und Henry Vickery endlich auch in ihrer Heimatstadt verwirklicht werden – auf einer 0,8 Hektar großen Fläche an der Straße Aneken, die die Stadt vorgeschlagen hatte. 50 Gärten sollten hier entstehen. Doch daraus wird nichts. Der Erntezeit-Traum ist geplatzt. Die fragliche Fläche war von der Stadt bereits einer anderen Nutzerin fest zugesagt worden, die dort Pferde hält. „Es gibt zwar bisher keinen schriftlichen Vertrag, aber eine feste mündliche Zusage, die faktisch einem Nutzungsvertrag entspricht“, betonte gestern Schenefelds Kämmerer Norbert Esmann.

Die Vickerys verstehen die Schenefeld-Welt nicht mehr. Die Stadt bietet eine Fläche an, die gar nicht zur Verfügung stand? „Das Ganze ist eine Farce“, sagt Jule Vickery. Esmann räumt ein, dass es innerhalb des Rathauses im Abstimmungsprozess ein Kommunikationsproblem gegeben habe. „Es wurde nicht getrickst und niemand will Frau Vickery etwas Böses“, sagt Esmann. Es habe sich dafür entschuldigt, dass etwas schiefgelaufen sei.

Rückblick: Erst Anfang Oktober hatte die Politik den Weg für das Erntezeit-Projekt – die Vickerys pachten Land, das sie dann an Gärtner weiter verpachten – frei gemacht. Sie sprach sich mit großer Mehrheit für die Vickerys und gegen die Nutzung durch Pferde aus. Doch CDU-Ratsherr Holm Becker hatte darauf bestanden, dass vor Vertragsabschluss geprüft werde, ob die Stadt nicht doch bei der Pferdenutzerin im Wort steht. Denn die wollte laut Stadtplaner Ulf Dallmann das Areal ebenfalls von der Stadt pachten. Damals teilte die Verwaltung mit, dass es noch keinen Vertrag für die Pferdenutzung gebe. Im Nachhinein falsch.

„Es hat bereits eine feste Zusage gegeben. Und die Stadt steht zu ihrem Wort“, sagte gestern Bürochef Melf Kayser. Die Stadt müsse gucken, ob es jetzt oder später andere Flächen im Stadtgebiet gibt, die für „Erntezeit“ in Frage kommen. Danach suchen die Vickerys seit Jahren in Schenefeld vergeblich. Die von ihnen favorisierten Areale an der Holzkoppel sind politisch nicht durchsetzbar, da sie an Schenefelder Landwirte verpachtet sind.

Auch wenn es noch keinen schriftlichen Vertrag gebe. Laut Esmann zahlt die Nutzerin des Aneken-Areals seit Sommer dieses Jahres eine Nutzungsgebühr an die Stadt. Zuvor hatte sie die Fläche kostenlos nutzen können.

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erstellt am 18.Nov.2015 | 00:32 Uhr

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