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Schenefelder Tageblatt

21. Oktober 2017 | 18:14 Uhr

Schenefeld : Das blaue Schild soll jetzt weg

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Stadt will für die Radwege an der Blankeneser Chaussee die Benutzungspflicht aufheben. Radfahrer dürfen dann auf die Straße.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Radfahren auf der Straße erlauben: An diesem Vorstoß scheiden sich in Schenefeld nicht nur die Geister. Im Stadtentwicklungsausschuss flogen am Donnerstagabend regelrecht die Fetzen. CDU-Ratsherr Hans-Jürgen Engel sprach von einem „Mordanschlag auf die Radfahrer“ und verwies auf die Verkehrsstatistik in Hamburg. „Dort gab es vergangenes Jahr zehn tote Radfahrer – aufgrund dieser Regelung.“ Diesen Vorwurf ließen die Grünen nicht auf sich sitzen. „Sie operieren mit falschen Zahlen, ganz bewusst, das ist böswillig“, sagte Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz.

Fakt ist: Die Benutzungspflicht für die Radwege an der Blankeneser Chaussee soll aufgehoben werden. Dafür stimmten SPD, Grüne und BfB. CDU und OfS lehnen das ab. Die endgültige Entscheidung, ob das runde blaue Schild – es schreibt die Benutzungspflicht vor – abgeschraubt und durch ein viereckiges weißes Schild – es erlaubt weiterhin allen Radfahrern die Radwege zu benutzen – ersetzt wird, liegt bei der Verkehrsbehörde des Kreises.

Die Chancen stehen ganz gut. Denn die Radwege an der Blankeneser Chaussee befinden sich nicht nur in einem erbärmlichen Zustand. Sie sind auch viel zu schmal und entsprechen nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften. Darauf hatte auch eine Schenefelder Bürgerin hingewiesen. Die Sicherheit: Für die CDU ist es für Zweiradfahrer auf der Blankeneser Chaussee viel zu gefährlich. „Radfahrer werden auf der Straße schnell übersehen“, betonte Ratsherr Holm Becker. Engel fürchtet, dass sich das „Aggressionspotenzial“ erhöhen wird.

Grünen-Ratsherr Michael Behrens betonte, dass Radfahrer auf der Straße sicherer unterwegs seien. „Es kommt nicht zu Auffahrunfällen auf der Straße. Unfälle passieren, wenn Autofahrer die Radfahrer beim Abbiegen übersehen – und zwar auf dem Radweg.“ Durch die neue Regelung werde niemand gezwungen, etwas zu tun, was er nicht will. „Alle dürfen weiterhin den Radweg nutzen.“

Für Schmitz geht es um die Freiheit, selbst entscheiden zu dürfen. „Schnellere Radfahrer können die Straße dann nutzen, bei vollem Versicherungsschutz und ohne eine Ordnungswidrigkeit zu begehen.“ Erfahrungen gibt es mit dieser Regelung bereits an der Friedrich-Ebert-Allee.

Schenefelds Bauamtschef Günther Leimert zeigte auf, wohin die Reise an der Blankeneser Chaussee noch gehen könnte. „Es könnten zusätzlich Schutzstreifen für Radfahrer eingerichtet werden.“ Die Straßenbreite würde sich von jetzt 7,10 Meter auf dann 4,50 Meter verringern. Die Autos müssten langsamer fahren. Dadurch würde sich die Situation für die Anwohner in puncto Lärm verbessern. Die Blankeneser Chaussee ist laut Gutachten einer der Lärmbrennpunkte im Stadtgebiet.

Radfahrer auf die Straße? Ist das  gefährlich? Laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad Club (ADFC) streiten sich die Fachleute noch darüber, ob das Radfahren auf der Straße wirklich sicherer ist. „Radfahrer sollten sich im Verkehr immer dort bewegen, wo sie sich sicher fühlen, wo das  Fahren für sie angenehm ist“, sagt ADFC-Pressesprecherin Stephanie Krone.
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