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Klaus Schultz : Bundesverdienstkreuz für Lebensretter mit „Helfer-Syndrom“

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Belohnung für jahrzehntelanges DLRG-Engagement: Klaus Schultz erhält das Bundesverdienstkreuz.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Schenefeld | Wer in die Wohnung von Klaus Schultz in Eidelstedt kommt, erkennt sofort dessen große Leidenschaft. In einem kleinen Raum direkt hinter der Eingangstür bekommen Besucher einen Einblick in mehrere Jahrzehnte Geschichte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Die hat Schultz im Kreis Pinneberg maßgeblich geprägt und ist dafür vor kurzem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Seit Anfang der 50er Jahre engagiert sich der 77-Jährige für die DLRG und war ab 1961 maßgeblich für den Aufschwung der Ortsgruppe Halstenbek-Rellingen-Schenefeld verantwortlich. „Ich bin schon immer gern geschwommen“, sagt Schultz. Bemerkenswert ist, dass er nie Schwimmunterricht hatte und sich alles selbst beibrachte. „Ich habe mir von anderen etwas abgeschaut und Bücher über das Thema gelesen“, berichtet der gebürtige Königsberger. Offensichtlich mit einigem Erfolg. Schon früh arbeitete er als Bademeister und rettete in seiner früheren Heimat Friedrichstadt bereits mit 17 Jahren einen 15-jährigen Jungen vor dem Ertrinken.

Schultz’ Engagement beschränkte sich aber nicht nur auf Einsätze am See oder im Schwimmbecken. Auch die Vorstandsarbeit diverser DLRG-Gliederungen unterstützte er von Anfang an. So wurde Schultz Anfang der 60er Jahre zum Rettungsanker der Ortsgruppe in Halstenbek. „Die lag am Boden“, erinnert er sich. Der Niedergang konnte dank seines Einsatzes aufgehalten werden. Als Bademeister im Strandbad Krupunder See päppelte er ganz nebenbei auch noch die DLRG-Ortsgruppe auf. Selbst nach der Schließung des Strandbads ging es weiter kontinuierlich bergauf, vor allem dank Schultz. Der arbeitete fortan nicht mehr als Bademeister, sondern wurde Polizist. Der Lebens-Rettungs-Gesellschaft blieb er allerdings treu und prägte von 1962 bis 2000 als Vorsitzender die Entwicklung der Ortsgruppe. Danach ernannten ihn die Mitglieder zum Ehrenvorsitzenden. Im Vorstand arbeitet Schultz noch immer mit.

Helgoland-Ausfahrten, zahlreiche Volksschwimmfeste, Schwimmkurse, Rettungsschwimmerausbildung, Wasserrettungsdienst – die Arbeit der DLRG-Gruppe ist vielfältig. Besondere Bedeutung erlangte die 1969 vom Ehrenvorsitzenden ins Leben gerufene Katastrophen-Einsatzgruppe. „Wir mussten 1976 nach der Sturmflut und den Deichbrüchen in der Haseldorfer Marsch eine komplette Siedlung evakuieren“, erinnert sich der 77-Jährige. Doch es sind nicht nur die außergewöhnlichen Erlebnisse, die sein Wirken kennzeichnen. Schultz schätzt, dass er inzwischen rund 1200 Rettungsschwimmer ausgebildet und ebenso vielen Kindern das Schwimmen beigebracht hat.

„Er hat einfach ein Helfer-Syndrom“, charakterisiert ihn Ehefrau Angela schmunzelnd. Die hat ihren Klaus über die DLRG kennengelernt und engagiert sich ebenfalls seit Jahrzehnten für die Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Ihre Begeisterung für den Wassersport haben die Beiden auch an ihre Tochter und die Enkel weiter gegeben. In der Schwimmausbildung ist das Ehepaar immer noch tätig. „Das hält uns jung“, sagen sie übereinstimmend.

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