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Schenefelder Tageblatt

15. Dezember 2017 | 04:25 Uhr

Schenefeld : Bürgerinitiative schöpft Hoffnung

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Hitzige Diskussionen: Die umstrittene Erschließung des Neubaugebiet an der Timm-Kröger-Straße entzweit die Politik.

Heftige Emotionen hat die Diskussion über das Neubaugebiet an der Timm-Kröger-Straße ausgelöst. Bekommen die Anwohner des Fritz-Reuter-Platzes eine Straße vor die Nase gesetzt? Können Eltern Kinder dort nicht mehr unbesorgt spielen lassen? Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) schöpfen jetzt wieder Hoffnung, das dies doch nicht passiert – denn die Mehrheitsverhältnisse in Ausschüssen und Rat haben sich verändert. „Wir hoffen, dass man nochmal neu über die Pläne nachdenkt“, so Sven Gaudian von der BI.

Die FDP ist raus. Stattdessen sind nun die Grünen in den Ausschüssen mit jeweils zwei Stimmen vertreten. Die weiteren Stimmverhältnisse dort: SPD (3), CDU (3), Grüne (2), OfS (1) und BfB (1). „Es gibt kein vernünftiges Argument, die Straße durch Wohn- und Waldgebiet zu führen“, sagte Grünen-Chef Mathias Schmitz.

Das sieht der SPD-Fraktionsvorsitzende Nils Wieruch (Foto) anders. Er ist nach wie vor im Sinne des Investors Jens Förster dafür, das Gebiet um Timm-Kröger-Straße und Schäferkamp von verschiedenen Seiten zu erschließen. „Es ist sinnvoll, verschiedene Zufahrtsmöglichkeiten zu schaffen, um den Verkehr besser zu verteilen“, so Wieruch. Mit seiner Auffassung folgte er der Meinung der Landesverkehrsbehörde. Deren Ziel: Einen zügigen Verkehrsfluss auf der Altonaer Chaussee zu gewährleisten. Der Einwand von Schmitz: Die Verkehrsbehörde verfolgt immer, unabhängig vom Einzelfall, das gleiche Ziel.

Einen anderen Argumentationsansatz hat Diplom-Ingenieurin Christine Bahruth: Ein städtebaulicher Grundsatz sei immer, den Verkehr schnellstmöglich auf große Straßen abzuleiten – hier solle das Gegenteil passieren. Die Position von Politikern und Investor sei nicht nachvollziehbar. „Für den bisherigen Prozessablauf können wir kein Verständnis aufbringen“, so Bahruth. Werde das Vorhaben so durchgezogen, fühlten sich Anwohner nicht ernst genommen. „Warum wird ein Investor, der überall baut, den Interessen der Anwohner vorgezogen“, fragte die Ingenieurin, die bereits Politik und Verwaltung einen eigenen Planungsentwurf vorlegte.

Angetan zeigte sich die BI vom einstigen Planungsentwurf des Bauleitplaners Günter Leimert. Sein Vorschlag favorisierte eine ausschließliche Anbindung über die Altonaer Chaussee. Doch Wieruch sprach hier lediglich von „ersten“ Planungsentwürfen. Es sei normal, dass sich im Laufe des Verfahrens Änderungen ergeben. „Der Bebauungsplan ist immer ein Kompromiss“, so Wieruch. Man könne es nicht allen Recht machen. Roland Vierke (SPD) sieht das ähnlich. Er geht davon aus, dass sich die Meinung der CDU nicht geändert hat und das weitere Verfahren seinen Lauf nimmt. „Es handelt sich um eine reine Anbindung von Wohnhäusern, nicht um Gewerbeverkehr“, so Vierke. Außerdem sei in der Straße keine Durchfahrtsmöglichkeit vorhanden (Sackgasse).

Holm Becker (CDU) und Günter Leimert waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Grünen-Chef Schmitz geht es um einen angemessenen Ausgleich der Waldfläche: „Bezogen auf die Fläche sehen wir einen Bedarf von 1:5“. Das Thema steht am 31. Oktober im Stadtentwicklungsausschuss wieder auf der Tagesordnung.

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