Schenefeld : Bürger gegen Nachverdichtung in der Siedlung

Für das Gebiet  zwischen Gorch-Fock-Straße, Klaus-Groth-Straße, Moorweg und Swatten Weg wird es keinen B-Plan geben.
Für das Gebiet zwischen Gorch-Fock-Straße, Klaus-Groth-Straße, Moorweg und Swatten Weg wird es keinen B-Plan geben.

Für das „Dichterviertel“ wird es keinen Bebauungsplan geben.

shz.de von
28. Januar 2015, 16:00 Uhr

Schenefeld | Zufrieden verließ Bernd Michaelis um 20.15 Uhr das Rathaus. Für das „Dichterviertel“, in dem der 72-Jährige seit fast 40 Jahren lebt, wird es keinen Bebauungsplan geben. Das hat der Ausschuss für Stadtentwicklung mit großer Mehrheit entschieden. Die mögliche Nachverdichtung zwischen Gorch-Fock-Straße, Klaus-Groth-Straße, Moorweg und Swatten Weg ist damit vom Tisch. „So bleibt die Naturvielfalt in diesem  Quartier erhalten. Ich will meinem Nachbarn nicht in die Suppenschüssel gucken“, sagt Michaelis.

Das „Dichterviertel“: Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg sind hier die ersten Häuser entstanden. Gemessen an heutigen Verhältnissen sind die Grundstücke groß. Der Platz im hinteren Bereich weckte Begehrlichkeiten. Einige Anwohner plädierten dafür, weitere Wohnhäuser bauen zu dürfen. Andere waren vehement dagegen.

Die Stadt setzte von Anfang an auf Transparenz – und Mitbestimmung. Eine Meinungsumfrage unter den Anwohnern sollte für Klarheit sorgen. Die Ergebnisse präsentierte Stadtplaner Ulf Dahlmann jetzt der Politik. Das Votum war eindeutig: 75 Prozent der Betroffenen sprachen sich gegen eine Hinterlandbebauung aus. 72 Eigentümer waren angeschrieben worden. 66 hatten sich an der Umfrage beteiligt und geantwortet.

„Das ist ein klares Statement und für diesen Bereich fast wie ein Bürgerentscheid“, sagte CDU-Ratsherr  Holm Becker. Die Meinung der Bürger müsse in dieser Frage respektiert werden. Das sahen alle anderen Fraktionen auch so. 

Die Bürger reden mit: Für Michaelis eine gute Idee der Stadt. „Das klare Ergebnis hat mich am Ende nicht überrascht.“ Trotzdem: Auch wenn das Gebiet nicht überplant wird, ist eine Bebauung in Einzelfällen nach Paragraf 34  Baugesetzbuch möglich. In jedem Einzelfall entscheidet dann die Politik.

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