Schenefeld : Boxen gegen Gewalt

Die AG Umfeldverbesserung konnte den Schenefelder Polizisten Alexander Finck (rechts) als Boxtrainer gewinnen. Er betreut einmal in der Woche bis zu 15 Jungen und Mädchen der Schenefelder Gemeinschaftsschule.
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Die AG Umfeldverbesserung konnte den Schenefelder Polizisten Alexander Finck (rechts) als Boxtrainer gewinnen. Er betreut einmal in der Woche bis zu 15 Jungen und Mädchen der Schenefelder Gemeinschaftsschule.

AG Umfeldverbesserung initiiert neues Projekt. Jungen und Mädchen der Gemeinschaftsschule trainieren in der Fitness World.

shz.de von
05. März 2015, 10:00 Uhr

Schenefeld | Rechts, links: Die Fäuste von Lena Kempf (14) hämmern in atemberaubender Geschwindigkeit auf den großen Boxsack ein. „Noch fünf Sekunden“, ruft Trainer Alexander Finck. Wechsel. Jessica Ulrich ist dran. 30 Sekunden, volle Pulle. Dann kurze Pause.

„Boxen statt Gewalt“: Die Arbeitsgemeinschaft Umfeldverbesserung des Kriminalpräventiven Rats der Stadt Schenefeld hat ein neues Projekt ins Leben gerufen. 15 Jungen und Mädchen der Gemeinschaftsschule Achter de Weiden lernen in der Fitness World an der Friedrich-Ebert-Allee den Boxsport kennen. Die Nachfrage an der Schule war riesig. Es gab 80 Anmeldungen.

„Wir vermitteln den Kindern im Training und in persönlichen Gesprächen grundlegende Werte durch sportliche Ziele“, beschreibt Juks-Mitarbeiter Jörg Wilcke den pädagogischen Ansatz. Durch die Erfolge im Boxsport würden die Kinder und Jugendlichen Anerkennung erfahren und lernen, dass sich Leistung lohne.

Alexander Finck engagiert sich in seiner Freizeit ehrenamtlich für das Boxprojekt. Der 44-Jährige hat selbst 20 Jahre lang geboxt. Finck ist Polizeioberkommissar, arbeitet seit gut zwei Jahren auf der Schenefelder Polizeistation. Für die AG Umfeldverbesserung eine perfekte Kombination. „Wir wollen eine positiv gestaltete Verbindung zwischen Schülerschaft und Polizei schaffen“, sagt Wilcke. Der Polizist als Trainer, Respektsperson und Vertrauensmann – das funktioniert.

„Es geht um Prävention“, sagt Finck. Fairness, nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Den Partner achten. Sich anstrengen. Durchhalten. „Beim Boxen erreichen die Jungen und Mädchen sehr schnell ihre eigenen körperlichen Grenzen“, sagt Finck. Fleiß und Fitness seien nicht nur im Sport wichtig, sondern auch im späteren Berufsleben. „Diskriminierung und Kriminalität haben bei uns keinen Platz“, erklärt Wilcke.

Die Pause ist vorbei. Lena und Jessica machen sich wieder bereit, warten auf das nächste Kommando ihres Trainers. „Das ist echt anstrengend – und macht riesigen Spaß“, sagt Lena.

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