Sport-Event in Schenefeld : Blau-Weiß verteilt Döner für die fairsten Korbjäger

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Die Einradfahrerinnen von Blau-Weiß Schenefeld traten in der Pause auf.
Die Einradfahrerinnen von Blau-Weiß Schenefeld traten in der Pause auf.

Besondere Preise beim Mitternachtsbasketballturnier von Blau-Weiß Schenefeld /Zwölf Teams mit etwa 120 Spielern

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04. Dezember 2018, 14:00 Uhr

Schenefeld | Ein Block in der Abwehr, dann kommt der lange Ball nach vorn. Der Angreifer sprintet Richtung Korb – zwei Verteidiger an seinen Fersen. Die Defensivspieler schließen aus, stören ohne Foul. Keine Chance zum Wurf. Dann kracht es. Alle Drei landen scheppernd an der Sporthallenwand. „Ey, passt auf“, ruft Mathias Schmidt. Der Schenefelder Polizist ist Schiedsrichter beim Mitternachtsbasketballturnier von Blau Weiß 96 Schenefeld. Ein Spieler setzt zum Protest an. Doch verstummt sofort, als Schmidt ihm über den Mund fährt. „Es geht mir nur um eure Gesundheit“, sagt Schmidt. Diskussion beendet. Das Spiel geht weiter.

Kampf um den Ball: Erstmals nahm an dem Turnier auch ein Team mit Frauen teil. Sie traten in der Spielfarbe Pink an.
Foto: bastian Fröhlig
Kampf um den Ball: Erstmals nahm an dem Turnier auch ein Team mit Frauen teil. Sie traten in der Spielfarbe Pink an.
 

„Das ist schon ganz Praktisch, einen Polizisten als Schiedsrichter zu haben“, sagt Turnierorganisatorin Conni Thau. „Die Spieler haben einfach mehr Respekt. Wenn er pfeift, spuren sie.“ „100 Prozent Sport gegen Gewalt, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit“ lautet das Motto des Turniers, das zum 14. Mal ausgetragen wurde. Das gilt nicht nur auf dem Feld. Alkohol ist Tabu. Daher stehen hunderte Flaschen und Tetrapacks im Eingangsbereich der Sporthalle Achter de Weiden, die einkassiert wurden. „In der Anfangszeit hatten wir Probleme mit Alkohol. Der wurde in allem möglichen reingeschmuggelt“, sagt Thau. Nun kontrolliert ein Securitydienst jede Tasche. „Das war die richtige Entscheidung, denn seitdem läuft es richtig gut und es ist viel entspannter geworden“, erläutert Thau. Denn Alkohol und Frustration hätten hin und wieder zu Gewalt geführt – und genau dagegen steht das Turnier seit Jahren.

Prost: Martje Lott (von links), Conni Thau, Torben Richter und Theresa Bischof aus dem Organisationsteam servierten alkoholfreie Cocktails.
Foto: bastian Fröhlig
Prost: Martje Lott (von links), Conni Thau, Torben Richter und Theresa Bischof aus dem Organisationsteam servierten alkoholfreie Cocktails.
 

Insgesamt 120 Spieler in zwölf Teams hatten sich angemeldet. „Damit haben wir den Rekord aus dem Vorjahr wieder erreicht“, so Thau. Gespielt wurde in Gruppen mit Hin- und Rückspiel in den Altersklassen 13 bis 16 und 16 bis 18 Jahren. Belohnt wurden allerdings nicht nur die sportlich erfolgreichsten Spieler, sondern auch das fairste Team. „Das wollen wir hier besonders belohnen“, sagt Thau. Der Preis war aber dann relativ unsportlich: Auf die Sieger und fairsten Spieler wartete ein Gutschein für ein Döneressen.

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