Fußballer noch ohne Schlafplatz : Blau-Weiß 96 Schenefeld sucht Schlafmöglichkeiten für Jugendliche aus dem russischen Luninez

Marga Gätjens (l.) und Conny Thau suchen händeringend nach Schlafplätzen für die Gäste aus Luninez.
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Marga Gätjens (l.) und Conny Thau suchen händeringend nach Schlafplätzen für die Gäste aus Luninez.

Blau-Weiß 96 Schenefeld sucht zehn Schlafmöglichkeiten für Jugendliche aus dem russischen Luninez. „Wir sind optimistisch“.

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09. Juni 2015, 10:00 Uhr

Schenefeld | Marga Gätjens, Vorsitzende der Spielvereinigung Blau-Weiß 96 Schenefeld, schüttelt den Kopf. Trotz 3100 Vereinsmitgliedern steht das „Städtepartnerschafts-Jugend-Fußballturnier“ auf der Kippe. Derzeit fehlen zehn Betten in Gastfamilien. „Wir sind noch optimistisch. Anders geht es ja auch nicht. Es wäre schade, wenn wir das Turnier einstellen müssten“, sagt die Vereinsvorsitzende. Conni Thau, Mitarbeiterin der Geschäftsstelle und eigentlich verantwortlich für den sportlichen Part des Turniers, hakt ein: „Es wird immer schwerer, Helfer und Schlafplätze zu finden. Vor allem bei der Anzahl von Teilnehmern.“

Insgesamt 35 Gäste aus dem Ausland erwartet der Sportverein zum Turnier, das am Sonnabend, 4.  Juli, auf dem Sportplatz an der Blankeneser Chaussee beginnen soll – 14 Jugendliche und vier Betreuer aus der französischen Partnerstadt Voisins le Bretonneux und 15 Jugendliche und zwei Betreuer aus dem russischen Luninez. Zum „kleinen Jubiläum“ – Blau-Weiß richtet das Turnier mit den Partnerstädten zum fünften Mal aus – fehlen Schlafplätze. Vor allem für die russischen Gäste, die vom 29. Juni bis zum 7. Juli in Schenefeld bleiben. „Die Franzosen bleiben nur vier Tage und sind bereits alle untergebracht. Auch alle Begleiter“, so Gätjens.

Die Suche laufe bereits seit April. Jetzt sollen alte Kontakte reaktiviert und abtelefoniert werden. „Wir brauchen jede Hilfe, weil es so eine Mammutaufgabe ist“, sagt Gärtjens. Für die Gastkinder wird in der alten Geschäftsstelle des Vereins eine Tagesbetreuung eingerichtet. Dort können sie täglich von 8 bis 18 Uhr spielen, sich treffen und austauschen. Darüber hinaus seien Ausflüge ins Schenefelder Umland, die Hansestadt Hamburg samt Hafenrundfahrt und viele sportliche Aktivitäten geplant.

„Für die Gastfamilien ist es also nicht viel Arbeit. Die Kinder sind nur zum Schlafen, Frühstück und Abendessen dort. Ansonsten werden sie von uns betreut“, versucht Thau Ängste vor dem Zeitaufwand zu nehmen. Müssen die Gastfamilien Russisch oder Französisch sprechen können? Gätjens schüttelt den Kopf: „Nein. Nur ein bisschen mutig sein und am besten gleich zwei Schlafplätze vergeben, damit sich die Jugendlichen zumindest untereinander helfen und unterhalten können.“ Sie selbst sei bereits drei Mal in Russland gewesen und habe sich stets mit Zeichensprache und ein wenig Englisch verständigen können. Thau ist da technisch einen Schritt weiter: „Mit den Übersetzungsapps ist das alles kein Problem mehr. Die sind richtig gut.“

Sollte die Zeit fehlen, würden die Vereinsmitglieder die Kinder auch morgens abholen und abends zurückbringen oder Fahrgemeinschaten organisieren. „Da findet sich immer eine Lösung“, versichert Thau. Auch eine Unterbringung in Schenefeld sei nicht zwingend notwendig. Aktuell seien Plätze in Pinneberg und Lurup dabei. Allerdings zehn zu wenig. „Für die Kinder ist es ein tolles Ergebnis, direkt in die Familien integriert zu werden“, weiß Gätjens.

Am Montag, 15. Juni, informiert der Verein in der alten Geschäftsstelle, Achter de Weiden 91, über den Austausch. Wer einen Schlafplatz zur Verfügung stellen will, kann sich auch direkt an Gätjens unter 04101-808194 oder die Geschäftsstelle des Sportvereins unter 040-84054477 wenden.

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