Kommunalwahl 2018 : Blau-Weiß 96 drängt auf neue Halle in Schenfeld

Der Traum von einem Kunstrasenplatz hat sich bereits erfüllt. Doch Blau-Weiß-96 wünscht sich eine weitere Drei-Feld-Halle.
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Der Traum von einem Kunstrasenplatz hat sich bereits erfüllt. Doch Blau-Weiß-96 wünscht sich eine weitere Drei-Feld-Halle.

Verein fühlt Parteien zur Kommunalwahl am 6. Mai auf den Zahn. Geteilte Meinungen bei den Fraktionen.

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12. April 2018, 12:15 Uhr

Schenefeld | Der Schenefelder Verein Blau-Weiß 96 hat im Vorfeld der Komunalwahl am Sonntag, 6. Mai, die politischen Vertreter zu den wichtigsten Themen im Sport befragt. Die Ergebnisse der Wahlprüfsteine liegen nun vor. Unsere Zeitung veröffentlicht Auszüge aus den Interviews.

Frage: Im Februar 2015 wurden die Schenefelder Vereine nach ihren Bedarfen befragt. Blau-Weiß 96 machte bereits dort deutlich, dass der größte Bedarf an einer weiteren Drei-Feld-Sporthalle besteht. Im November 2015 hat die AG Sportstättenbedarfsplanung mehrere Standorte für einen Hallenbau betrachtet. Seit dem ist dieses Thema vakant. Das Stadtentwicklungskonzept wurde mindestens auf das Jahr 2019 verschoben. Unterstützt Ihre Fraktion den Verein bei der Suche nach einem geeigneten Standort für den Bau einer Drei-Feld-Sporthalle?
Antwort der SPD: Eine Anmerkung vorweg: Dies wäre das Projekt, was die SPD-Fraktion lieber mit BW96 realisiert hätte, als den Umbau des Untergeschosses der Sporthalle. Wir betreten mit dem Bau einer weiteren Sporthalle in der Hinsicht Neuland, da es keinen rechnerischen Bedarf an schulischer Nutzung für diese Hallenzeiten gibt. Der mögliche Bau dient daher in erster Linie dem Bedarf des Vereins. Daher ist dieses Projekt nur mit finanziellem Engagement des Vereins vertretbar zu realisieren. Durch den Umbau des Untergeschosses sehen wir mittelfristig die finanziellen Mittel des Vereins gebunden. Wenn die Finanzierung des Projektes geklärt ist, stehen aus unserer Sicht weiteren Planungen und der Standortsuche nichts im Wege.
Antwort der CDU: Die CDU-Fraktion nimmt den von BW96 angemeldeten Bedarf einer weiteren Drei-Feld-Sporthalle ernst. Wir möchten, dass den Schenefelder Bürgern, jüngeren und älteren gleichermaßen, ausreichend Sportangebote sowohl im Sommer als auch im Winter zur Verfügung gestellt werden können: Seit 2015 gibt es im Sportstättenbereich umfangreiche Veränderungen. Für die Grundschüler werden Bewegungsräume im Rahmen der Einführung der offenen Ganztags-Grundschule 2018 geschaffen. Der Rasenplatz Achter de Weiden wurde zum Kunstrasenplatz umgewandelt. Der Umbau des Untergeschosses der Sporthalle Achter de Weiden wird geplant. Der zusätzliche Bedarf für eine weitere Sporthalle ist nach diesen umfangreichen Veränderungen zunächst zu überprüfen.
Antwort der Grünen: Die Grünen haben sich intensiv für die Weiterentwicklung der Sportflächen in Schenefeld eingesetzt. Dabei haben unsere Fraktionsmitglieder Gerd Schwarz als Vorsitzender der AG Sportstättenbedarfsplanung und Michael Behrens als Vorsitzender der AG Untergeschoss in besonderer Weise die Sportstättenentwicklung vorangetrieben. Die Forderung von Blau-Weiß nach einer weiteren Sporthalle, um insbesondere dem wachsenden Bedarf in den Mannschafts- und Teamsportarten nachkommen zu können, haben wir Grünen mit Nachdruck unterstützt. Wir haben aber auch verdeutlicht, dass die Realisierung und der Betrieb einer neuen Halle nur in finanzieller Eigenleistung des Vereins in absehbarer Zeit auf städtischem Gelände möglich ist. In der von uns geleiteten AG Sportstättenplanung haben wir versucht, ein entsprechendes Konzept für den Standort Gorch-Fock-Platz durchzutragen. Das ist allerdings von den anderen Parteien nicht unterstützt worden.
Antwort der OfS: Ja das tun wir. Durch den Umbau des Stadion Achter de Weiden ist abzusehen das die Sportfläche Gorch-Fock-Straße frei wird. Hier ist zu prüfen, inwiefern es dort möglich ist, eine Drei-Feld-Halle zu errichten. Letztendlich spielt hier dann selbstverständlich auch die Finanzierbarkeit des Projektes unter Einbezug von Blau-Weiß 96 eine Rolle.
Antwort der BfB: Die BfB schätzt die Arbeit als hervorragend ein. Aus diesem Grund haben wir uns auch in der AG Sportstättenbedarf immer positiv für eine neue Drei-Feld-Sporthalle eingesetzt. Aufgrund der noch fehlenden aktuellen Bedarfsanalysen von Nutzungszeiten von Blau-Weiß 96 / Schulen, kann von der BfB hier der tatsächliche Bedarf an Sporthallen in Schenefeld noch nicht eingeschätzt werden.
Antwort der FDP: Die FDP ist die Familienpartei Schenefelds und wir unterstützen nicht nur das Vorhaben, eine neue Drei-Feld-Sporthalle in Schenefeld zu errichten, damit das Sportangebot für Jung und Alt nachhaltig erweitert wird, sondern wir setzen uns dafür ein, dass der Sportstandort Schenefeld insgesamt aufgewertet wird.

Der Umbruch in der Schullandschaft ist in vollem Gang. Die Einführung der nachschulischen Betreuung und der erweiterte Nachmittagsunterricht haben Auswirkungen auf die nutzbaren Sportflächen und -zeiten aller Generationen für den Vereinssport. Für Rentner, Kinder und Jugendliche stehen bereits jetzt zu wenige Trainingszeiten zur Verfügung. Wie kann dieser Konflikt aus Ihrer Sicht gelöst werden?Antwort der SPD: Von den Eltern der schulpflichtigen Schenefelder Kinder wird die nachschulische Betreuung an den Grundschulen und auch weiterführenden Schulen nachgefragt. Die Politik hat und wird in den kommenden Jahren dieser Nachfrage durch immense Investitionen gerecht. Die Schullandschaft und die gesellschaftliche Entwicklung sind in einem Umbruch, der von der Politik gestaltet werden muss, aber nicht verändert werden kann. Der Verein muss in noch höherem Maß durch Kooperationen mit den Schulen auf diese Veränderungen reagieren. Schenefeld ist von der Kapazität her befriedigend aufgestellt. Wir werden es aus finanziellen Gründen nicht schaffen, sämtliche Nachfragen an Hallenzeiten vollumfänglich zu befriedigen.
Antwort der CDU: Kinder im Grundschulalter werden zukünftig zunehmend nachmittags in den Grundschulen betreut und vor Ort auch Sportangebote nutzen können. Jugendliche sind ebenfalls zunehmend den ganzen Tag in der Schule. Ihr Bedarf an zusätzlichen Trainingszeiten außerhalb der Schulzeit hat in den letzten Jahren eher abgenommen, da sie in der Schule stark eingebunden sind. Die Zusammenarbeit von Blau-Weiß mit den Nachbargemeinden im Hallensport ist ein notwendiger und richtiger Ansatz, da er eine effizientere Nutzung der zur Verfügung stehenden Hallenplätze ermöglicht. Die jugendlichen Fußballer profitieren von der Umnutzung der Rasenfläche in einen Kunstrasenplatz. Zusätzliche Gruppenräume und ein erweiterter Fitnessbereich werden mit dem Umbau des Untergeschosses der Sporthalle Achter de Weiden geschaffen, was wir begrüßen und wofür wir uns eingesetzt haben. Wir sind sicher, dass mit der Errichtung des Kunstrasenplatzes und der Ausweitung der Nutzungsmöglichkeit des Sportplatzes, den Bewegungsräumen in den Grundschulen und weiterer Räume im Untergeschoss für alle Generationen das Angebot an Flächen angepasst wird. Die Sportentwicklung werden wir aber weiterhin beobachten und unterstützen.Antwort der Grünen: Die Sportflächen sind in erster Linie für den Schulsport erstellt worden. Deshalb gibt es immer einen Vorrang für den Schulsport. Daneben war es für uns Grüne immer wichtig, möglichst viele Zeiten für den Vereinssport bereit zu stellen. Der Nachmittagsunterricht macht das noch einmal schwieriger, zumal auch die jugendlichen Trainer erst später zur Verfügung stehen. Wir sehen hier zwei wichtige Punkte für die Zukunft: Die Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen lebt von der Kooperation mit anderen Partnern, zum Beispiel auch Blau-Weiß 96. Hier ist die Gelegenheit, durch passende Angebote den Sport zu fördern. Das bedeutet nicht zwangsläufig weniger Hallenkapazitäten. Die Nutzung der Sportflächen muss besser organisiert werden. Es darf nicht sein, dass Vorratsbuchungen von Sportflächen ungenutzt bleiben. Das ist eine schwierige, aber notwendige Aufgabe der Verwaltung in Kooperation mit den Vereinen und den anderen Nutzern.
Antwort der OfS: Dieser Konflikt kann nur in Zusammenarbeit mit der Schule gelöst werden, wenn die Schule die nachschulische Betreuung durch den Verein wünscht, müssen hier auch von der Schule Kompromisse gemacht werden. Weiter würde das Problem durch eine weitere Drei-Feld-Halle gelöst werden.
Antwort der BfB: Wegen der auch hier fehlenden Belegungszahlen für die Nutzung der beiden Sporthallen der Grundschulen können wir derzeit über die von BW96 angegebenen Konfliktsituationen keine Aussage treffen. Die BfB ist überrascht über die Fragestellung, da nach unserem Kenntnisstand die nachschulische Betreuung ausschließlich in den eigenen Räumen der Schule stattfindet.
Antwort der FDP: Insbesondere vor dem Hintergrund der Errichtung einer neuen Drei-Feld-Sporthalle bleibt abzuwarten und wäre gegebenenfalls zu evaluieren, ob und in welchem Ausmaß sich die Einführung der nachschulischen Betreuung auf die Sportflächen und Zeiten auswirkt.

Alle weiteren Fragen und Antworten der Wahlprüfsteine gibt es auch hier.

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