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Kommerz-Studios bereiten Sorgen : Blau-Weiß 96 diskutiert über Zukunft

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Delegiertenversammlung: Blau-Weiß 96 diskutiert über Zukunft, unter anderem des Untergeschosses. Vorstandswahl bringt Neuerungen.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2017 | 14:00 Uhr

Schenefeld | Die einen bekommen Immobilien vererbt, ohne dafür auch nur den kleinen Finger krumm zu machen – und die anderen haben sich ihr Häuschen schwer erarbeitet. Nicht nur Menschen geht das so, auch Vereine müssen mit ungleichen Bedingungen klar kommen. Das wurde am Dienstag während der Delegiertenversammlung der Spielervereinigung Blau-Weiß von 1896 Schenefeld deutlich. „Wir haben Engagement und Herzblut, aber kein Eigentum. Die meisten anderen Vereine im Kreis Pinneberg sind da besser dran“, sagte Geschäftsführer Frank Böhrens.

Er und seine Vorstandskollegen wollen in die Zukunft investieren und auch für Sportler in spe attraktiv sein. Dazu gehört, dass der Verein zeitnah ein modernes Ambiente und flexible Angebote bietet. Die Konkurrenz schläft nicht: „Kommerz-Studios werben mit Lockangeboten, Dumpingpreisen und 24 Stunden-Öffnungszeiten“, so Freya Evers aus der Fitness-Sparte in ihrem Bericht zur Delegiertenversammlung. Doch weder Platz, noch finanzielle Mittel sind üppig vorhanden. Deshalb gestalten sich die Investitionen in die Zukunft langwieriger und komplizierter als gewünscht. „Wenn man Projekte realisieren will, muss man den Banken etwas bieten können“, so Böhrens.

Stillstand ist aber nicht angesagt: Nach dem Schleswig-Holstein Musikfestival, Ende Juli, starten erst einmal die Umbaumaßnahmen für das Stadion: Kunstrasen, ein neues Materialhaus und neue Flutlichtmasten mit LED-Technik. Die Baumaßnahmen sollen im Oktober fertig sein. Viel schwieriger gestaltet sich da der lang angedachte Hallenbau auf dem Gelände der Gorch-Fock-Schule. Zwischenzeitlich wurden sportliche Kontakte mit Halstenbek aktiviert und eine gemeinsame Hallennutzung ausgelotet. „Aber wir wollen doch lieber Sportstätten vor Ort“, so Böhrens. Eine weitere Zusammenarbeit wurde erst einmal offen gelassen.

„In die ganzen Überlegungen bezüglich der neuen Halle platzte dann ja auch die Möglichkeit, das Untergeschoss der Sporthalle zu nutzen“, erklärt Böhrens. Nach längeren Verhandlungen mit der Verwaltung bekam der Verein grünes Licht für eine Nutzung. „Das hat für uns jetzt Priorität.“ Ein Wasserschaden im vergangenen Jahr verwüstete die Fläche des Sporthallen-Untergeschosses: „Der Festsaal hat keinen Boden mehr. Die Abdeckungen sind weg. Eine Grundsanierung ist erforderlich“, so der Geschäftsführer. Ein aufwendiger Umbau soll es richten. Bis zu den Sommerferien fordert die Stadt von Blau-Weiß ein schlüssiges Finanzkonzept.

Detaillierte Pläne vorgestellt

Der Vorstand stellte den Delegierten seine Ideen für die Verwendung des Untergeschosses vor. Die Pläne sind schon recht detailliert: Es soll Konferenzzimmer, Umkleiden, eine Sportsauna, eine Rezeption, einen Festsaal mit Spiegelfront für die Tänzer und eine Bühne geben. Das Herzstück wäre ein Bistro für 50 Personen, das in Eigenregie betrieben wird.

Knackpunkt des Ganzen: Irgendjemand muss bezahlen. Die Stadt steuert 100.000 Euro von der Versicherungssumme zu, bleiben trotzdem noch bis 1,5 Millionen Euro an veranschlagten Umbaukosten übrig. „Es nützt nichts, da müssen die Mitglieder ran“, sagt Carsten Schmidt vom Vorstand. „Jedes Mitglied müsste monatlich fünf Euro mehr bezahlen. Und wir brauchen die Stadt als Bürgen. Alles ist genau errechnet. Wir machen doch kein Harakiri.“ Ob die Ideen ankommen und die Delegierten einverstanden sind, wird sich im Herbst erweisen. Am 11. September gibt es eine außerordentliche Delegiertenversammlung, bei der zur Abstimmung aufgerufen wird: Soll der Verein in die Zukunft investieren oder nicht?

Böhrens machte klar, dass der Umbau des Untergeschosses nicht bedeute, dass der Hallenbau ad acta gelegt werde. „Keineswegs. Ich rufe alle Mitglieder auf, sich Gedanken über die Projekte zu machen. Wir sind aufgeschlossen für neue Ideen. Meine Bürotür ist immer offen.“ Aktuell geht es dem Verein gut. „Blau-Weiß ist gesund“, sagt Schmidt. „Wir haben sogar mehr Beitragseinnahmen und Spenden als im Vorjahr.“

Im Vorstand hat sich eine Verschiebung ergeben: Marga Gätjens wollte nach 14 Jahren ein wenig kürzer treten und gab ihren Vorsitz auf. Sie ersetzt jetzt Gunda Kaminski im Ehrenrat. Ihr Stellvertreter Carsten Schmidt rückte zum Vorsitzenden auf. Neu im Vorstand ist Ulf Herwig als Stellvertretender Vorsitzender. Geschäftsführer bleibt Böhrens, Frauke Ellerbrock und Sven Peemöller behalten ihre Vize-Chef-Posten.

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