Interview : BfB-Fraktionschef Manfred Pfitzner hat die Schule und Senioren im Fokus

Manfred Pfitzner ist der Kopf der BfB-Fraktion im Schenefelder Rathaus.
Manfred Pfitzner ist der Kopf der BfB-Fraktion im Schenefelder Rathaus.

Der Politiker spricht über die Schwerpunkte, die seine Partei in der kommenden Wahlperiode verfolgt.

shz.de von
25. Juli 2018, 12:00 Uhr

Schenefeld | Die Wahl in Schenefeld ist entschieden. Die Personen, die die Kommunalpolitik in den kommenden Jahren bestimmen werden, stehen fest. Zwar haben sich die Mehrheitsverhältnisse zu Gunsten der Grünen geändert, jedoch sind die großen Parteien SPD und CDU knapp hinter der Öko-Partei und somit weiter Entscheidungsträger. BfB und OfS sind ebenso wieder mit von der Partie wie die FDP. Wir haben die Fraktionschefs und den bislang fraktionslosen FDP-Politiker Kai-Uwe Harms nach ihren Plänen für die Düpenaustadt befragt. Wo liegen die Prioritäten nach der Sommerpause? Diesmal hat der Chef der Fraktion Bürger für Bürger (BfB) Manfred Pfitzner (71) das Wort.

Frage: Die Mehrheitsverhältnisse in Schenefeld haben sich durch die Wahl geändert. Die Grünen sind erstmals stärkste Kraft. Welche Veränderungen werden sich aus Ihrer Sicht daraus ergeben?
Manfred Pfitzner: Die Grünen haben zwar ein sehr gutes Ergebnis bei der Wahl eingefahren. Allerdings werden sich dadurch keine Veränderungen ergeben. Wie auch in der Vergangenheit werden Beschlüsse durch Mehrheiten gefasst.

Welche Themen sind in Schenefeld mit dem Start der neuen Wahlperiode am dringendsten?
Die BfB erachtet es am dringendsten, dass die Umsetzung der geplanten Baumaßnahmen zur nachschulischen Betreuung, insbesondere in der Gorch-Fock-Schule, mit Nachdruck vorangetrieben wird. Auch die Sanierung des Schulzentrums haben wir im Fokus.

Was wollen Sie bis Ende des Jahres umgesetzt haben?
Die BfB hat schon während der Wahlphase an unsere älteren Mitbürger gedacht und mit viel Interesse das Projekt Fama II betrachtet. Immerhin leben in der Stadt zirka 6000 Senioren. Unser Ziel soll bis Ende 2018 sein, dass am Kiebitzweg der Fama II Wohnpark Schenefeld, ein Wohnen für die Älteren, politisch auf den Weg gebracht wird. Die Nachfrage ist hier sehr groß. Zumal in Schenefeld nur eine vergleichbare Einrichtung vorhanden ist. Unsere älteren Bürger möchten in Schenefeld wohnen bleiben. Zudem werden wir uns stark dafür einsetzen, dass die Baumaßnahmen für die nachschulische Betreuung an der Blankeneser Chaussee abgeschlossen werden und die Rasselbande den Betrieb uneingeschränkt aufnehmen kann. Sportzentrum Achter de Weiden: Auch hier soll, nachdem Blau Weiß 96 sich von dem geplanten Vorhaben verabschiedet hat, schnellst möglich eine Entscheidung für eine weitere Nutzung getroffen werden. Hier setzen wir uns für einen Fortbestand eines gastronomischen Betriebes ein. Dadurch wird der dringend benötigte Festsaal wieder hergestellt.

Welche langfristigen Ziele haben bei Ihnen besonders hohe Priorität?

Ein wichtiges Wahlkampfziel möchten wir einlösen und deshalb mit viel Engagement auch in Zukunft wieder für eine solide Finanzierung und für einen ausgeglichenen Haushalt sorgen. Keine Erhöhungen von Steuern und Gebühren ohne Not. Dabei ist es der BfB sehr wichtig, das bestehende Gewerbe in Schenefeld zu fördern.

Stichwort neuer Stadtkern: Was ist Ihnen bei der weiteren Planung besonders wichtig?
Für die BfB ist es besonders wichtig, dass für die Überwindung der LSE ein attraktiver und praktisch sinnvoller Übergang geschaffen wird. In diesem Zusammenhang wäre aus Sicht der BfB sinnvoll, die Fußgängerbrücke so umzurüsten oder zu erweitern, dass diese behindertengerecht in die erste Etage des Einkaufzentrums mündet. Das geplante Bürgerzentrum soll ein Schmuckstück werden. Hier läuft bereits ein Architektenwettbewerb. Wir sind Mitglied im sogenannten Preisgericht und werden uns für den besten und wirtschaftlich sinnvollsten Vorschlag einsetzen.
 

Die Sanierung von Gymnasium und der Gemeinschaftsschule steht an: Wo liegen Ihre Prioritäten?
Die Sanierung des gesamten Schulzentrums ist politisch auf den Weg gebracht. Die BfB hatte allerdings weiterführende Ideen und Vorstellungen. Auch jetzt sind unsere Zweifel immer noch nicht ausgeräumt. Wir sind immer noch der Meinung, dass ein gesamter Schulneubau besser wäre. Dieses ist allerdings durch Mehrheitsbeschlüsse verworfen worden. Die BfB wird mit dazu beitragen, dass das Sanierungsvorhaben auch nach Wünschen der Schulen unter Beteiligung der Schulleitungen umgesetzt wird. Dazu gehört auch eine Mensa, die im Zentrum des Schulgeländes errichtet werden sollte. Dazu hat die BfB bereits Vorschläge unterbreitet. Unter den gegebenen Mehrheitsverhältnissen für eine Sanierung mit Teilneubau werden wir uns intensiv dafür einsetzen, dass möglichst viele stark sanierungsbedürftige Teile des Schulzentrums neu errichtet werden. Das jüngste Baugutachten hat festgestellt, dass das Schulzentrum teilweise Wasserschäden sowie durchfeuchtete und durchhängende Decken aufweist. Wir sind der Meinung, dass man hier nicht die lange Planungs- und Umsetzungsphase abwarten darf und noch in dieser Sommerpause geeignete Maßnahmen einleiten muss, um die Gesundheit unserer Schüler und Lehrkräfte zu schützen.

Wie beurteilen Sie die Diskussionskultur im Rat und in den anderen politischen Gremien? Läuft alles, wie es soll, oder muss sich da etwas ändern?
Die sogenannte Kultur in einigen Ausschüssen muss unbedingt verbessert werden. Dazu gehört für die BfB unbedingt, dass der Respekt gegenüber anderen Mitgliedern und vor allem den Bürgern gewahrt wird und diese nicht in unangemessener Form behandelt werden.

Stehen personelle Veränderungen in Ihrer Fraktion an?
Für die BfB hat es durch die Kommunalwahl im Mai positive Veränderungen gegeben. Gegenüber der letzten Legislaturperiode haben wir zwei Bürgerliche Mitglieder erhalten. Daher nochmals ein großes Dankeschön an die drei großen Parteien Grüne, SPD und CDU, die nicht nur für die BfB auf zwei bürgerliche Mitglieder zu unseren Gunsten verzichtet haben. Dadurch wird die Arbeit für die beiden Frontmänner einfacher und entspannter sein. So können wir durch den Zugewinn der beiden Bürgerlichen Mitglieder uns noch besser als bisher vorbereiten und uns effektiver in das politischen Geschehen einbringen. Personelle Veränderungen stehen intern nicht an. Dazu gab es vor der Wahl im Mai klare Vereinbarungen.

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten in der neuen Wahlperiode? Wo wird es knifflig?
Wir freuen uns, dass die BfB wieder in Fraktionsstärke in die Ratsversammlung einziehen durfte. Wir werden uns dafür einsetzen, für die Stadt die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Dabei ist unser verpflichtendes Ziel, die Einbeziehung von Bürgern in alle politischen Entscheidungsfindungen, die für die zukünftige Entwicklung von Bedeutung und Nutzen sind, zu ermöglichen. Dazu gehört die Stärkung und Förderung von Entscheidungsfreiheit, Mitwirkung und auch Mitverantwortung. Das ist uns sehr wichtig.

Manfred Pfitzner persönlich

Lokalpolitik bedeutet für mich... mich für die Belange der Bürger einzusetzen, der verlässliche Ansprechpartner zu sein.

Schenefeld ist für mich... eine Herzensangelegenheit. 

Meine größte Stärke ist... das zu beurteilen, überlasse ich anderen. Denn Eigenlob...

Meine größte Schwäche ist... Ungeduld, pedantisch, manchmal nachtragend.
 

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