Bauernhaus mit Familientradition

Der Glockenhof ist noch heute im Besitz von Inge Rüpcke.
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Der Glockenhof ist noch heute im Besitz von Inge Rüpcke.

Glockenhof an Schenefelder Hauptstraße ist seit fast 150 Jahren in Besitz der Familie Rüpcke und dient heute als Gewerbefläche

shz.de von
13. Juli 2018, 16:00 Uhr

Wer auf der Hauptstraße Schenefelds unterwegs in Richtung Halstenbek ist, sollte einmal auf dieses herrliche alte Bauernhaus achten, das direkt an der Straße gegenüber dem Ehrendenkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege liegt: Es ist der sogenannte Glockenhof. Heute ist dieses Haus in sechster Generation im Besitz der Familie Rüpcke. Auf diesem Grund und Boden wurde bereits seit 1701 ein Bauernhof bewirtschaftet.

Das Reetdachhaus in niederdeutscher Bauart aus Ziegeln mit einer Gesamthöhe von zwölf Metern stammt aus dem Jahr 1790 und ist in der gleichen Form noch heute erhalten. Es hat ein gepflegtes Dach und eine sehr schöne Giebelseite mit zwölf Sprossenfenstern sowie einem runden eisernen Fenster im Spitzboden.

Reetdächer haben den Vorteil, dass sie wie eine Klimaanlage wirken: Im Sommer halten sie die Hitze fern, im Winter strahlen sie die Wärme nicht so schnell an die Umgebung ab.

In der Zeit, in der das Haus errichtet wurde, gab es in Schenefeld laut der Bevölkerungszählung im Jahr 1803 einen Bestand von 90 Familien mit 391 Einwohnern.Bis Familie Rüpcke den Hof im Jahr 1874 übernahm, gab es zweiunddreißig verschiedene Besitzer des Hofes, unter anderem gehörte er einmal zum Scharrenkamper Hof, einem großen Gut mit einer Wettermühle, die später zur Pulvermühle von Schenefeld wurde.

Bekannt ist das Gelände heute unter dem Namen Friedrichshulde. Der Glockenhof war das Herrenhaus des damaligen Scharrenkamper Hofes. An das Bauernhaus wurde dann im Jahr 1907 ein Kuhstall angebaut, den man noch heute von der Rückseite in der Nedderstraße sehen kann.

Die Landwirtschaft mit ihren gut 60 Hektar wird heute von Karsten Rüpcke, einem der Söhne von Inge Rüpcke, seit 1997 weitergeführt, auf dem neuen Hof im Holtkamp 4, wohin er 1999 aussiedelte. Inge Rüpcke selbst investierte zunächst in ein Altenheim in der Straße Achtern Diek. Später ließ sie auch ein Wohnheim für betreutes Wohnen errichten, das direkt hinter ihrem Bauernhaus in der Nedderstraße auf eigenem Grund liegt und immer noch von ihr mitbetreut wird.

In ihrem Bauernhaus, das heute Wohnhaus ist, befindet sich im Bereich des früheren Stalles seit dem Jahr 2000 ein Geschäft mit Möbeln und Geschenkartikeln im schwedischen Stil. Auch alle sonstigen Nebengebäude wie der Altenteiler und verschiedene Geräte- und Fahrzeugschuppen sind heute an kleinere Firmen vermietet. Einen offenen Wunsch hätte sie aber noch: Sie würde gern noch eine Tagespflege für Senioren auf ihrem Grund errichten.

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