Premiere in Schenefeld : Baseballcamp: Von Homeruns und christlichen Werten

Volle Konzentration auf den Ball und Treffsicherheit waren bei den Schlagmännern gefragt.

Volle Konzentration auf den Ball und Treffsicherheit waren bei den Schlagmännern gefragt.

70 Kinder und Jugendliche beim ersten Baseballcamp in Schnefeld dabei. 14 Trainer aus Texas brachten ihre Nationalsportart näher.

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16. Juli 2018, 12:20 Uhr

Schenefeld | „Schlagt sie aus dem Feld.“ „Lauf, Lauf.“ Die Kommandos beim Abschlussturnier des Baseballcamps Schenefeld waren eindeutig. Der amerikanische Akzent aber nicht herauszuhören. Die zwölf Trainer aus Texas hatten schnell die wichtigsten Ansagen auf Deutsch verinnerlicht. Die 70 Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 18 Jahren wussten nach einer Woche aber auch, was die englischen Base, Short oder Run bedeuteten. Es war ein bunter Sprachmischmasch nach einer intensiven Trainingswoche. 

„Das war überragend – das Training, aber auch das Interesse an unserem ersten Baseballcamp“, sagte Pastoralreferent Timo Plutschinski         von der Josua-Gemeinde Schenefeld. Er hatte die Idee zu dem besonderen Sportevent und holte die Stadt Schenefeld, die Pfadfinder Royal Rangers der Anskar-Kirche West und den Baseballverein Westend69´ers aus Holm als Partner mit ins Boot. Als Trainer kamen außer den Holmer Übungsleiter 14 Texaner  in die Düpenau-Stadt. „Die Coaches machen das seit zehn Jahren“, erläuterte Plutschinski. Durch Freunde in den USA hatte er den Kontakt hergestellt. „Aktuell sind sie mit etwa 120 Personen in Deutschland. Derzeit finden elf Baseballcamps in Deutschland statt“, erläuterte Plutschinski.

Die Cheearleader der Little Panthers aus Holm feuerten alle Teams auf dem Sportareal Achter de Weiden an.
Bastian Fröhlig

Die Cheearleader der Little Panthers aus Holm feuerten alle Teams auf dem Sportareal Achter de Weiden an.

 

Doch warum ausgerechnet Baseball? „In den USA ist es natürlich, anders als hier, Nationalsportart. Der große Vorteil ist einfach, dass es am Anfang kein Leistungsgefälle gibt“, sagte Plutschinski. Dadurch sei der Sport sehr integrativ. „Beim Fußball merkt man sehr schnell, die Unterschiede, aber 80 bis 90 Prozent unserer Teilnehmer haben noch nie Baseball gespielt. Das macht es einfacher“, sagte Plutschinski.

Los ging es mit einem sogenannten Try-Out. „Die Trainer haben sich die Spieler angeschaut, um etwa gleich starke Gruppen zu haben“, erläuterter Plutschinski. Insgesamt gab es acht Teams: die Yankees, die Reds, die Whites und die Rays – einmal für die Teilnehmer von acht bis zwölf und für die Jugendlichen von 13 bis 18 Jahren. „Das hat sehr gut gepasst“, sagte Plutschinski. Trainiert wurde getrennt, die Abende wurden gemeinsam gestaltet. Bei der Texas Night standen außer typischen Gerichten auch Parcourläufe in Cowboystiefeln oder mit Cowboyhüten sowie Football-Übungen auf dem Plan. „Die Trainer haben aber nicht nur sportliche Inhalte und kulturelle Hintergründe vermittelt, sondern vor allem auch Werte“, sagte Plutschinski. Respekt vor dem anderen, auf andere acht geben und vor allem die Botschaft, dass jeder wertvoll ist und seine persönlichen Stärken hat, wurden vermittelt. „Die christlichen Werte haben die Trainer wirklich gut rübergebracht“, sagte Plutschinski. Schon jetzt laufen die Planungen für das kommende Jahr. „Das wollen wir auf jeden Fall fortsetzen. Da die Infrastruktur steht, wird es jetzt einfacher“, sagte Plutschinski. „Sobald die Zusage der Stadt da ist, werden wir die Anmeldewebseite freischalten.“ Termin soll die erste Woche der Sommerferien 2019 sein.

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