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"Rain Man" in Schenefeld : Auf den Spuren von Dustin Hoffman

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Das Theater Schenefeld zeigt die Bühnenversion des Hollywood-Films „Rain Man“ im Bürger- und Kultursaal. Die Premiere ist am 27. September.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Wer den vierfach oscarprämierten Hollywood-Film „Rain Man“ auf die Theaterbühne bringt, der muss DVD gucken. Das Theater Schenefeld wagt sich an dieses Werk – also wird geguckt. Regisseurin Birte Giesel hat sich das Meisterwerk zweimal komplett angeschaut, einige Szenen sogar immer wieder. Klaus Peter Fischer hat etliche Male gesehen wie Dustin Hoffman und Tom Cruise mit dem Buick Roadmaster von Cincinnati nach Los Angeles fahren. Fischer ist Hoffman, spielt den am Savant-Syndrom erkrankten Bruder von Charlie Babbitt. „Meine schwierigste Rolle“, sagt Fischer ohne eine Sekunde zu zögern. Er ist ein erfahrener Schauspieler, seit 1980 beim Theater Schenefeld. „Ich darf nicht aus der Rolle fallen“, beschreibt Fischer die größte Herausforderung seiner Rolle. Doch bei den Proben wird schnell deutlich, dass er mit diesem geistig behinderten Raymond Babbitt, dem Autisten, der über an Genialität grenzende Begabungen verfügt und den Kopf immer leicht schief hält, schon eins geworden ist.

Am Freitag, 27. September, ist Premiere. Um 19.30 Uhr hebt sich der Vorhang im Bürger-und Kultursaal zum ersten Mal.

Seit Mai arbeitet Giese mit der 13-köpfigen Truppe vor und hinter der Bühne. Die 45-Jährige hat bisher nur beim Weihnachtsmärchen Regie geführt. „Das ist kein Drama, sondern eine liebevoll erzählte Geschichte, in der die beiden so unterschiedlichen Brüder langsam zueinander finden.“ Genau dieser Aspekt habe für sie den Reiz ausgemacht, den Film in komprimierter Form auf die Bühne zu bringen.

Das Stück lebt vor allem vom intensiven Spiel der beiden Hauptdarsteller. Gerrit Meyer Haack wandelt auf den Spuren von Tom Cruise. Charlie Babbit ist zunächst der Fiesling, der Egoist, der seinen behinderten Bruder benutzt, um ans Erbe in Höhe von drei Millionen Dollar zu kommen. Schauspielerisches Neuland für den 37-Jährigen, der bis jetzt immer die sympathischen Rollen spielen durfte. Meyer-Haack muss diesen Wechsel meistern: Von der Distanz zur Nähe. Vom berechnenden zum liebenden Bruder. „Es gibt in diesem Stück diesen magischen Moment, der Charlie Babbitt verändert.“

„Rain Man“: Regisseurin Giesel hat lange darum gekämpft, dieses Stück, dieses Roadmovie, auf die Schenefelder Bühne zu bringen. Auch wenn die 45-Jährige zwischendurch auch mal „Magenschmerzen bekam“, sie treibt der Ehrgeiz an, jenseits des Films für intensive Bühnenmomente zu sorgen. Wer die erleben will, der muss Theater gucken.

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