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Schenefelder Tageblatt

24. Oktober 2017 | 12:04 Uhr

Asbest: Besonnenheit statt Panik

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Gymnasium Schulleitung informiert Eltern per Brief / Politik stärkt Bauamt den Rücken / BfB scheitert mit Vorstoß

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2016 | 16:22 Uhr

„Asbest, natürlich ist das ein Wort, das allen Angst macht und für Unbehagen sorgt“, sagt Carola Weber. Sie trägt als kommissarische Schulleiterin Verantwortung für mehr als 800   Schüler, für ihre Kollegen im Lehrerzimmer. Der Asbestfund im Gymnasium (diese Zeitung berichtete) hat nicht nur die Verantwortlichen im Rathaus alarmiert, sondern natürlich auch alle, die im Schulzentrum ein- und ausgehen, auch in der benachbarten Gemeinschaftsschule.

Weber hat inzwischen alle Eltern per Brief informiert. Die Schulleiterin setzt – ebenso wie die Stadt – auf Transparenz und Offenheit. Sie trägt zur Beruhigung der Situation bei. „Ich habe das Gefühl, dass die Stadt sehr verantwortungsvoll und besonnen mit dem Asbestfund umgeht.“

Weber liegen die Prüfergebnisse des Hamburger Umweltbüros Wartig Nord vor. Es gebe eine enge Abstimmung und Kommunikation mit dem Bauamt. Weber: „Ich habe in allen Gesprächen deutlich gemacht, dass hier eine sehr große Sorgfaltspflicht besteht, damit niemand gefährdet wird.“

Der Asbest wurde in einem Teppichkleber in einem Klassenraum der Schule gefunden. Die Untersuchung erfolgte im Vorwege der anstehenden Sanierung der drei fünften Klassen.

Asbest-Angst ließ Bauamtschef Andreas Bothing am Donnerstagabend im Bauausschuss gar nicht erst aufkommen. Er verwies auf das Gutachten, wonach keine Gesundheitsgefährdung für Schüler oder Lehrer bestehe, die Klassenräume deshalb auch nicht gesperrt werden müssten.

Diplom-Ingenieur Uwe Latarius, Geschäftsführer von Wartig Nord, stand den Politikern im Rathaus persönlich Rede und Antwort. „Die Asbestfasern sind fest mit dem Kleber verwoben, werden nur bei einer Bearbeitung freigesetzt“, betonte Latarius. Menschen, die in der Vergangenheit durch Asbest krank geworden seien, wären über einen längeren Zeitraum beruflich Millionen von Fasern ausgesetzt gewesen. Asbest sei ein kritisches Material. Aber: „Bei unseren Messungen in Schulräumen können wir in bis zu 99 Prozent der Fälle keine Fasern in der Luft nachweisen“, betonte der Experte.

Die BfB scheiterte im Ausschuss mit ihrem Vorstoß, das gesamte Schulzentrum auf Asbest zu untersuchen, bevor viel Geld in die weiteren Sanierungsarbeiten – unter anderem sollen auch die Dächer erneuert werden – gesteckt wird. „Es gibt keinen Anfangsverdacht, dass wir es mit einem gravierenden Problem zu tun haben“, betonte Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz und verwies auf die Luftmessungen, die in der Vergangenheit in den öffentlichen Gebäuden durchgeführt worden waren. Hartwig Hüllen, ehemaliger Bauamtschef der Stadt Schenefeld, erklärte, dass man „früh, sorgfältig und gewissenhaft bei Bauarbeiten auf Asbest geprüft habe. „In der ehemaligen Hauptschule haben wir auch einmal Asbest gefunden und saniert.“

Bothing betonte, dass es bei allen Bauvorhaben vorher und hinterher Luftmessungen gebe. Für die geplante Sanierung von weiteren Klassenräumen an allen vier Schulen würden anlassbezogen Bohrkerne gezogen und auf Schadstoffe untersucht. In diesem Vorgehen wurde das Bauamt von der Politik ausdrücklich unterstützt. Keine Panik, keine Hektik: Das Sanierungskonzept wird wie geplant weiter umgesetzt. Die drei fünften Klassen müssen umziehen, denn die Räume werden ab dem 4. Juli – während des laufenden Schulbetriebes – saniert. „Von einer Fachfirma“, betonte Bothing. Der Flurbereich vor den Klassenräumen wird abgesperrt, die Türen abgeklebt und eine Durchgangsschleuse angelegt, so dass kein Staub aus den Räumen entweichen kann. Zudem werden Asbestwarnschilder angebracht. Die Arbeiten werden von dem Umweltbüro überwacht. „Wir machen mehr, als vorgeschrieben“, sagte Schenefelds Bauamtschef. Auch das trägt zur Beruhigung am Schulzentrum bei.

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