Premiere in Schenefeld : Arielle tanzt sich in alle Herzen

Arielle (Charlotte Sehm, rechts) tanzt mit ihrem Freund Fabius (Lena Wohlers).
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Arielle (Charlotte Sehm, rechts) tanzt mit ihrem Freund Fabius (Lena Wohlers).

Ballettschule Geigenberger feiert Premiere in Schenefeld. Am Wochenende gibt es weitere Aufführungen.

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27. Februar 2018, 12:50 Uhr

Schenefeld | Rein formal waren natürlich Arielle (Charlotte Sehm) und ihr Prinz Eric (Sophia Hinrichsen) die Stars, als sie in ihrem Boot saßen und sich endlich küssen sollten, damit sie endgültig von der Meerjungfrau zur Menschenfrau wird. Aber die Frösche stahlen ihnen locker die Schau: drei- bis sechsjährige Mädchen in grünen Kostümen, die ausgelassen oder konzentriert über die Bühne hüpften und sich ganz auf ihre Bewegungen fokussierten. Einige vergaßen was sie zu tun hatten, liefen umher, blieben stehen, staunten und verteilten sich wieder. Damit brachten sie ein so authentisches Frosch-Gewusel auf die Bühne, wie es eine Regie kaum hätte arrangieren können. Dafür ernteten die kleinsten Darsteller am Sonntag Gelächter und Szenenapplaus.
„Arielle, die kleine Meerjungfrau“ feierte am Wochenende im Schenefelder Forum Premiere, Untertitel: „Märchenballett mit Happy End“. Aufgeführt wurde es von der Pinneberger Ballettschule Geigenberger.

Insgesamt 150 Mitwirkende

150  Mitwirkende in zwei Besetzungen hatten ein Jahr lang für insgesamt vier Aufführungen geprobt; das Team aus fünf Lehrern hatte davor schon ein Jahr lang das Stück entwickelt und die Musik ausgewählt. Vorlage war das Kunstmärchen „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen, angereichert mit Disney-Elementen des Zeichentrick-Musicals „Arielle, die Meerjungfrau“.

Ausgelassen hüpften die jüngsten Tänzerinnen der Pinneberger Ballettschule Geigenberger als Frösche über die Bühne.
Jann Roolfs

Ausgelassen hüpften die jüngsten Tänzerinnen der Pinneberger Ballettschule Geigenberger als Frösche über die Bühne.

 

Mit dem Stück stellte Annika Geigenberger, die seit 2013 die Ballettschule in zweiter Generation leitet, ihre erste große Inszenierung vor. Am Sonntag strahlte sie über die Reaktionen ihrer Darsteller nach der Premiere: „Die wollen jetzt jeden Tag auf der Bühne stehen.“ Künftig will Geigenberger alle drei Jahre eine Produktion auf die Bühne bringen.

Im nicht ganz ausverkauften Forum saßen viele Angehörige der Darsteller. „Es geht einem schon nah“, beschrieb Jan Diercks aus Pinneberg seine Gefühle, als er seine sechsjährige Irma als Matrosen tanzen sah. „Das Mutterherz strahlt über beide Ohren“, meinte Astrid Bockhop aus Rellingen: „Der ganze Aufwand, den man als Mutter betrieben hat, hat sich gelohnt.“ Nadine Falkenberg aus Kummerfeld sah ihre Erwartungen weit übertroffen: „Das ist richtig professionell mit dem Licht und der Musik“.

Kein Junge tanzte mit

Geigenberger bot ihrem Publikum wesentlich mehr als einfach nur den Anblick der eigenen Tochter – es tanzte kein Junge mit – im Bühnenlicht. Sorgfalt war in jedem Detail zu erkennen, vom Schminken bis zur Musikauswahl. Lateinamerikanische Rhythmen, das Gewitter aus Vivaldis Sommer, ein Can Can, dramatische Orchestermusik – die Palette war breit und hochwertig, die Bewegungen der Tänzerinnen exakt abgestimmt. Als Bonbon wurde ein Lied sogar live gesungen. Eine der größten Leistungen bestand im Einbinden der kleinsten Tänzerinnen. Die Kindergartenkinder bekamen Rollen, die wunderbar zu ihren Fähigkeiten und ihrem Temperament passten: Sie wuselten als Fische in glitzernden Kostümen über die Bühne oder bewegten sich gemessen als Quallen mit leuchtenden Schirmen – oder eroberten als Frösche die Herzen der Zuschauer.

Weitere Vorstellungen sind am Samstag, 3. März, und Sonntag, 4. März, jeweils ab 15 Uhr. Karten gibt es online und an der Abendkasse.

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