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Schenefelder Tageblatt

18. Dezember 2017 | 21:53 Uhr

Schenefeld : Anwohner-Protest gegen Aldi-Pläne

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Der Discounter soll direkt vor großer Wohnanlage gebaut werden. Das Gebäude wird 6,50 Meter hoch. Jetzt formiert sich Widerstand.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Es rumort in der Wohnanlage an der Friedrich-Ebert-Allee 13 bis 19 und auch im Mehrfamilienhaus im Kehrwieder 9. Viele Anwohner sind sauer und empört. Es formiert sich Protest – Protest gegen die Neubaupläne des Discounter-Riesen Aldi. Der will – wie berichtet – an der Friedrich-Ebert-Allee den Markt abreißen und einen modernen und größeren mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche neu errichten.

Aber nicht am jetzigen Standort. Aldi will auf die gegenüberliegende Seite umziehen, den Discounter auf dem Parkplatz hochziehen – direkt vor den Mehrfamilienhäusern.

Nicole Beneke wohnt seit zwölf Jahren in der Wohnanlage. Sie konnte kaum glauben, was Aldi da plant. „Der Markt wird direkt an den Lärmschutzwall gebaut. Das Gebäude soll 6,50 Meter hoch sein. Da schauen wir aus unserem Fenster auf die Aldi-Wand.“ Unzumutbar, das sagt auch Nachbar Jens Kaufmann. Die Ängste und Sorgen sind groß in der Friedrich-Ebert-Allee und im Kehrwider. Anwohner fürchten mehr Lärm- und Geruchsbelästigungen. Sie fürchten, dass ihnen durch den massiven Gebäudekörper das Tageslicht genommen wird. Sie fürchten ein Verkehrschaos im Bereich der Tiefgarage, wenn Rewe- und Aldi-Kunden dort parken.

Als Aldi die Neubaupläne erstmals im Stadtentwicklungsausschuss präsentierte, waren Beneke und Kaufmann mit fast 30 Betroffenen vor Ort, um ihre Sorgen loszuwerden. Sie hatten keine Ahnung, was da auf sie zukommt. Informiert wurden sie von BfB-Chef Manfred Pfitzner, der sich in einem Schreiben an alle Hausbewohner wandte. „Das ist jetzt wie David gegen Goliath“, sagte Pfitzner, der den vorgelegten Aldi-Neubauplan ebenfalls ablehnt.

Beneke hat nichts gegen eine Aldi-Neubau – am jetzigen Standort. „Da ist auch Platz genug“, davon ist die 45-Jährige überzeugt. Sie und Kaufmann haben eine Vermutung, warum Aldi auf der anderen Seite neu bauen möchte. „Dort können sie anfangen und gleichzeitig den Verkauf aufrechterhalten.“ Abriss und Neubau an gleicher Stelle würde Aldi mehr kosten.

Wohnen und Gewerbe: Auf dem alten AEG-Gelände müssen die Anwohner seit Jahren gewisse Lärm- und Geruchsbelästigungen ertragen. „Bisher konnten wir damit leben“, betont Kaufmann.

Aldi an der Friedrich-Ebert-Allee: Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz ist davon überzeugt, dass man eine Lösung finden muss. „Sonst handeln wir uns den Ärger von Dreiviertel der Bewohner in der Siedlung ein.“ Man nehme die Bedenken der Anwohner ernst.

Hält Aldi angesichts des Widerstands an dem Neubauvorhaben fest? Im Stadtentwicklungsausschuss deutete das Unternehmen an, grundsätzlich über den Standort Friedrich-Ebert-Allee nachdenken zu müssen, wenn es die Pläne nicht umsetzen könne. „Wenn Aldi geht, dann kommt halt Lidl“, sagt Beneke. Die Konkurrenz sei groß. Die Anwohner haben sich einen Rechtsanwalt genommen.

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