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Schenefelder Tageblatt

14. Dezember 2017 | 00:15 Uhr

Ankleiden in der Telefonzelle

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

„Glücksgriff“ zieht ins alte Postgebäude am Heisterweg / Helfer im Dauereinsatz / Eröffnung am 9. Januar

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Im Eingangsbereich wird schon geschrubbt und geputzt. Ein Raum weiter steht der Kassentresen. In dem riesigen Regal gegenüber sitzen die großen und kleinen Puppen – liebevoll arrangiert. Auf den Lampen kleben bereits Preisschilder. Sakkos und Hemden hängen fein säuberlich nach Größen geordnet auf den Ständern. Fertig: Der Status ist auf einem Stück Papier vermerkt, der an den Ständern klebt. Nur nicht den Überblick verlieren. Doch da passt Ingrid Pöhland schon auf. Die „Glücksgriff“-Chefin wuselt durch das alte Postgebäude am Heisterweg. Der Umzug vom Schenefelder Platz ist in vollem Gange. Auch einen Tag vor Silvester packen wieder 15 Helfer mit an. Im hinteren Bereich wird immer noch ausgepackt. Regale werden zusammengeschraubt.


Mehr als 250 Kartons transportiert


Doppelseitiges Klebeband fehlt. Sollen die Sommerblusen auf Bügel? Wo sollen die ausgepackten Kartons hin? Stress pur – doch im Glücksgriff-Team herrscht regelrecht Aufbruchstimmung. „Der Standort ist sehr gut. Wir haben jetzt viel mehr Platz“, sagt Pöhland. „Und endlich ausreichend Licht.“ Sie lacht. Sie strahlt.

400 Quadratmeter hat der Verein in dem Gebäude angemietet. Die Stadt hatte es in diesem Jahr für 750 000 Euro gekauft (wir berichteten). Am Donnerstag, 9. Januar, wird das neue Verkaufslager zum ersten Mal geöffnet. Von 15 bis 18 Uhr. Auch freitags wird in Zukunft von 15 bis 18 Uhr verkauft, ebenso sonnabends von 10 bis 13 Uhr. Drei Verkaufstage statt nur einem wie am Schenefelder Platz – das Glücksgriff-Team hofft auf mehr Umsatz. „Wir zahlen jetzt Miete. Mit den Nebenkosten liegen wir bei 2000 Euro im Monat“, sagt Pöhland.

5000 Euro hat der Verein in den Umzug investiert – vor allem in neue Regale. Im Mitarbeiter-Bereich gibt eine kleine Küche mit Kühlschrank und Mikrowelle, zudem Toiletten. 250 Kartons haben die Helfer vom Schenefelder Platz an den Heisterweg transportriert. Eine Wand wurde rausgerissen, um einen Durchgang zu schaffen. Die Parkplätze direkt hinter dem Postgebäude können von Kunden genutzt werden. „Perfekt“, sagt Pöhland. Nachbarn haben sie schon angesprochen. Endlich komme wieder Leben in das tote Gebäude. Die Glücksgriff-Chefin eilt nach vorn. Sie zeigt auf die beiden Umkleidekabinen. „Das waren früher die Telefonzellen.“

Das Hauptgeschäft bleibt in der Lornsenstraße. Aber am Heisterweg soll das „Glücksgriff“-Logistikzentrum entstehen. Pöhland: „Zu den Verkaufszeiten nehmen wir auch Waren an.“ Hier sollen sie sortiert werden.

Der Zuspruch ist weiter groß. Bis zu 150 Säcke werden pro Woche gespendet. Zu viel für den „Glücksgriff“. Fast die Hälfte geht weiter an die Kleiderkammer Wilhelmsburg.

Das neue Zuhause: Wie lange der Verein die alte Post als Verkaufslager nutzen kann, steht in den Sternen. Das Gebäude ist Teil der Stadtkern-Süd-Planung, die 2014 endlich beginnen soll. Der „Glücksgriff“ hat ein monatliches Kündigungsrecht – er richtet sich aber auf einen längeren Aufenthalt ein.

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