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Schenefelder Tageblatt

19. Oktober 2017 | 16:20 Uhr

Schenefeld : Angst vor zu vielen Neubürgern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schotten dicht: Es wird keinen neuen Flächennutzungsplan für die Stadt geben. Der Erhalt der Landschaftsschutzflächen ist dabei nur ein Grund.

shz.de von
erstellt am 28.Sep.2013 | 12:00 Uhr

In Berlin ringen die Politik-Größen noch um ein mögliches Schwarz-Grünes Regierungsbündnis. In Schenefeld haben Schwarz und Grün am Donnerstagabend im Rat eine „Koalition“ gebildet, um gemeinsam eines der umstrittensten Projekte zu beerdigen. Der 33 Jahre alte Flächennutzungsplan der Stadt wird nun doch nicht neu aufgestellt. Der im Januar 2012 einstimmig gefasste Beschluss wurde wieder einkassiert – zum Ärger von SPD und OfS.

„Wer die Novellierung des F-Plans jetzt stoppt, der stimmt auch gegen einen neuen Sportplatz für Blau-Weiß 96“, mahnte SPD-Fraktionschef Nils Wieruch. Eine neue Sportanlage sei im Siedlungsgebiet „unmöglich zu realisieren“. Auch Andreas Wilken, OfS-Ratsherr und Fußballchef bei Blau-Weiß, sieht einen neuen Fußballplatz in Gefahr. Es werde eine zukunftsweisende Entscheidung vertan, am Stadtrand einen Fußballplatz zu realisieren. Wilken: „Wir wollten einen Sportplatz, keine achtstöckigen Gebäude.“

CDU-Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke widersprach. „Auch aus dem bestehenden F-Plan kann ein Sportplatz entwickelt werden.“

Ein neuer Flächennutzungsplan: Es geht um die großen Landschaftsschutzgebiete. Sie sollten verkleinert werden, um neue Flächen für Wohnbebauung, für Gewerbe, für einen Hundeübungsplatz zu schaffen – und eben für einen Sportplatz. Es wurde bereits geprüft, welche Flächen im Landschaftsschutzgebiet für eine Bebauung in Frage kommen. Gegen diese Pläne gab es massiven Widerstand aus der Bevölkerung. Die Bürgerinitiative „Wohnqualität im Grünen“ gründete sich, initiierte ein Bürgerbegehren, um den Landschaftsplan zu erhalten.

Mit der Entscheidung von Schwarz-Grün – sie wurde auch von der BfB mitgetragen – wurde die Ausweisung neuer Baugebiete faktisch gestoppt. „Durch die Nachverdichtung und die schon ausgewiesenen Baugebiete steuert Schenefeld schon jetzt auf die Grenze von 20 000 Einwohnern zu“, argumentierte Grünen-Ratsher Herbert van Gerpen. Damit seien hohe finanzielle Risiken verbunden. Dr. Rainer Sempell (CDU) bezeichnete die 20 000er-Grenze aufgrund der finanziellen Nachteile für die Stadt als „hochgradig gefährlich“.

Die CDU war mit ihrem Vorstoß, die F-Plan-Novellierung zu kippen, im April an den damaligen Mehrheiten noch gescheitert. CDU-Mann Rüpcke machte keinen Hehl aus seiner Freude darüber, dass die Grünen jetzt den Weg politisch frei geräumt haben. Im Januar hatte auch die CDU noch für einen neuen F-Plan gestimmt.

SPD-Mann Wieruch blickte düster in die Zukunft: „Es geht doch um viel mehr als die Grenzen der Landschaftsschutzgebiete.“ Die 20 000-Einwohnergrenze ist für Wieruch kein Schreckensszenario mehr. Er spricht von neuen Chancen und besseren Handlungsmöglichkeiten für die Stadt. Was ihn wurmt: „Es hat überhaupt keine politische Diskussion über die im Gutachten untersuchten Flächen gegeben.“

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