zur Navigation springen
Schenefelder Tageblatt

17. Oktober 2017 | 12:33 Uhr

Forschungscampus : Angekommen in Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

300 XFEL-Mitarbeiter beziehen ihre Büros an der Holzkoppel. Im Sommer 2017 startet der Betrieb.

Schenefeld | Das Handy klingelt im Minutentakt. Lorenz Kersting ist an diesem Montagmorgen überall. Er ist der Ansprechpartner. Der Problemlöser. Der Mann, der den Überblick behält. Seit drei Tagen ist er mit seinem vierköpfigen Team im Dauereinsatz. Umzug von Bahrenfeld nach Schenefeld: 300 XFEL-Mitarbeiter beziehen ihre neuen Büros im Forschungscampus in Schenefeld – Wissenschaftler, Ingenieure, Verwaltungsangestellte. Ungezählte Kartons wandern von A nach B. Kersting ist zufrieden: „Es gibt noch ein paar Irrläufer. Aber ansonsten ist alles an Ort und Stelle“, sagt der Leiter Technischer Dienst bei XFEL.

Das Milliardenprojekt European XFEL: Die Forschungsanlage auf Hamburger und Schenefelder Gebiet ist weltweit einmalig. 2009 wurde mit dem Bau begonnen – das riesige, 15 Hektar große Areal in Schenefeld entwickelte sich von der Super-Baustelle zum Super-Forschungsgelände. „Im Sommer 2017 wollen wir mit dem Betrieb starten. Dann werden Wissenschaftler aus aller Welt hier forschen“, sagt Claudia Burger, Verwaltungsdirektorin und Geschäftsführerin von European XFEL. Von ihrem Büro im Forschungscampus blickt sie direkt rüber nach Hamburg, zum Osdorfer Born. „Ich freue mich, dass wir endlich angekommen sind. Das fühlt sich wirklich gut an“, sagt Burger. Die XFEL-Mitarbeiter rückten enger zusammen, könnten noch besser kommunizieren. In Bahrenfeld war das Team auf zwei Gebäude verteilt gewesen.

Am Empfangstresen der Lobby stehen die Handwerker. Das Treppenhaus ist noch gesperrt. Da wird der Bodenbelag gemacht. In den Fluren stapeln sich die leergeräumten Kartons. In einem gläsernen Büro sitzen sieben XFEL-Mitarbeiter auf ihren Stühlen, die Laptops auf den Knien. Das erste Meeting am neuen Arbeitsplatz. Jan Grünert, Gruppenleiter Röntgen und Photonen-Diagnostik, hat seinen PC schon verkabelt, seinen höhenverstellbaren Schreibtisch in die ideale Position gefahren. Alle Möbel sind neu. „Wir haben das Gefühl, dass es jetzt endlich losgeht“, sagt der 44-Jährige. Bis auf die Computer hat er – wie die anderen Kollegen auch – in Bahrenfeld seine Sachen selbst eingepackt. „Die langen Jahre der Planung können wir jetzt hinter uns lassen.“ Grünert ist von Anfang an bei XFEL dabei. Acht Kollegen arbeiten in seinem Team, gut 30 in der Sektion.

Der PC im Büro von Michael Meyer ist noch dunkel. Arbeitsfähig ist er dennoch, zeigt er mit Blick auf seinen Laptop. Bis auf einen Karton hat er seine Regale schon bestückt. Der 58 Jahre alte Wissenschaftler wird in den kommenden Wochen und Monaten viel Zeit in der Experimentierhalle verbringen – direkt unter dem Forschungscampus gelegen. Meyer wird die Instrumente installieren. „Wir sind endlich da, wo wir hin wollten.“ Die Vorfreude ist überall spürbar.

Ein 3,5 Kilometer langer Röntgenlaser: Der European XFEL kann extrem intensive, ultrakurze Röntgenlaserblitze erzeugen, die es den Nutzern erlauben, Materie mit bisher unerreichter Genauigkeit zu untersuchen. Medizin, Pharmazie, Chemie, Physik, Materialwissenschaft, Energietechnik und Elektronik sollen von der Forschung profitieren. Das XFEL-Team ist international besetzt. Elf Länder beteiligen sich an dem Projekt.

Der Umzug: „Ein Meilenstein für alle Mitarbeiter“, sagt XFEL-Sprecher Bernd Ebeling. Endlich angekommen: Dieses Gefühl vertreibt an diesem Morgen beim XFEL-Team ganz schnell den Umzugsstress.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen