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Happy End in Schenefeld : Als Kater Micky nicht mehr heimkam

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Kater aus Schenefeld findet nicht nach Hause. Finderin gibt das Tier an einen Bekannten weiter, der es erst nicht zurückgeben will.

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erstellt am 27.Okt.2015 | 12:31 Uhr

Schenefeld | Am liebsten guckt Frank Schwarz (Name von der Redaktion geändert) gemeinsam mit Micky fern. Der kleine Kater kuschelt sich dann bei ihm an und schnurrt. Doch knapp drei Wochen musste Schwarz nun allein Fernsehen, denn Micky war weg.

Das Drama begann am 6. Oktober. Die Mutter des Besitzers war zu Besuch und fuhr mit dem Fahrrad zurück nach Lurup. Kater Micky begleitete sie durch die Katzentür nach draußen. „Micky ist ihr gefolgt, sie hat probiert ihn zurück zu schicken“, sagte Schwarz. An der Friedrich-Ebert-Allee verlor sich die Spur des roten-weiß getigerten Katers, der seit Juli bei Schwarz lebt und ihm kaum von der Seite wich.

„Ich habe sofort nach ihm gesucht, doch Micky war unauffindbar“, berichtete der Schenefelder. Er verteilte Suchzettel, fragte im Tierfuttergeschäft und bei einem Tierarzt nach dem sechsmonatigen Kater. Schließlich, so Schwarz, die erlösende Nachricht: „Jemand war mit Micky beim Tierarzt“. Schwarz nahm Kontakt mit der Finderin auf, diese hatte den verschmusten Kater jedoch schon an einen Bekannten in Hamburg-Bramfeld weitergegeben. Dies erfuhr Schwarz am 14. Oktober. Erst drei Tage später konnte er nach Hamburg fahren, weil er durch Schichtdienste stark eingebunden war. Vor Ort konnte er seinen Micky nicht sehen. „Der Bekannte der Finderin wollte einen Nachweis, dass die Katze mir gehört“, so Schwarz, den die Ereignisse stark mitgenommen haben. Er schlief schlecht, hatte Augenringe. Der Schenefelder zeigte Bilder und Videos des Katers, doch der Hamburger war nicht überzeugt und weigerte sich, Micky Schwarz mitzugeben.

Selbst die hinzugerufene Polizei konnte das Problem nicht lösen. Schwarz fuhr mit einem leeren Katzenkörbchen zurück nach Schenefeld. Am 19. Oktober stellt er Anzeige bei der Polizei. „Die Finderin hatte versucht, das Tier in einer Tierarztpraxis abzugeben, diese nahmen das Tier mit dem Verweis, dass der Kater ins Tierheim muss, nicht an“, so die Polizei Schenefeld auf Anfrage. Ein Vermittlungsverfahren laufe, sei jedoch relativ kompliziert, da Schwarz keinerlei Namen nannte.

Weiterhin in Bramfeld

Der Kater blieb zunächst in Bramfeld. „Es ist ein Unding, was da passiert ist“, sagt Anke Darius, Leiterin des Tierheims Elmshorn. Wer in der Einrichtung, in der Micky eigentlich hätte abgegeben werden müssen, sein Tier abhole, müsse keinen Nachweis erbringen. „Meisten erkennt man ja, ob das Tier den Menschen kennt“, so Darius. Außerdem hätten die meisten Eigentümer sowieso Fotos oder Videos von dem eigenen Tier. Trotzdem bittet Darius Halter ihre Tiere zu chippen. Dies ermögliche eine schnelle Zuordnung, wenn ein Tier entläuft.

Auch Marie-Christin Gronau vom Verein Tasso, der ein Haustierregister führt, empfiehlt die Kennzeichnung von Haustieren mit Chips oder Tattoos, die mit Tierdatenbanken verknüpft werden. „Diese Methoden sind nach wie vor nicht allen Tierhaltern bekannt“, so Gronau. Diese Methoden würden mehr Sicherheit als ein Halsband mit Kontaktdaten geben. „Freilaufende Katzen könnten sich daran selbst würgen“, sagt die Expertin.

Für Schwarz ist sein Kater wie ein Kind. „Jetzt weiß ich, dass kleine Katzen länger drin bleiben müssen, weil sie sonst nicht nach Hause finden“, sagt Schwarz. Gestern am späten Nachmittag die erlösende Nachricht: „Micky ist wieder zuhause.“ Der neue Besitzer hatte doch ein Herz und zeigte sich versöhnlich. Die Schwester von Schwarz holte den Stubentiger ab. Nun ist der Platz auf dem Sofa neben Schwarz endlich wieder besetzt.

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