Alice im Juks-Land

Alice Rosenbaum stammt aus dem Taunus-Gebiet, fühlt sich aber auch in Norddeutschland wohl.
Alice Rosenbaum stammt aus dem Taunus-Gebiet, fühlt sich aber auch in Norddeutschland wohl.

Das Schenefelder Jugend- und Kommunikationszentrum hat eine neue Grafikerin im Team

shz.de von
04. August 2018, 16:17 Uhr

Liebevoll, fröhlich, frisch und authentisch: Alice Rosenbaum hat nicht nur den Namen mit der literarischen Figur von Lewis Carroll gemein. Auch sie ist neugierig auf die Welt, extrovertiert und interessiert an der Welt – und das, was sie zu bieten hat. Im Kaninchenbau landete die 29-Jährige zwar nicht – im Gegensatz zu der jungen Romanheldin. Allerdings hat auch die gebürtige Hessin etwas Zeit gebraucht, um den für sie richtigen Weg im Leben einzuschlagen. Seit dem Frühjahr arbeitet sie im Schenefelder Juks und ist unter anderem zuständig für Pressearbeit, Grafik, Anmeldungen, Tickets – außerdem fungiert sie als Assistentin der Geschäftsführung.

Rosenbaum ist im Taunus in der Nähe von Frankfurt aufgewachsen. In Darmstadt studierte sie Kommunikationsdesign, ging dann in die Werbe-Branche, die sie in den Norden Deutschlands führte. „Da habe ich aber festgestellt, dass das nichts für mich ist. Das passt nicht zu mir“, erinnert sie sich. Es sei der Vegetarierin beispielsweise schwer gefallen, für etwas zu werben, das sie selbst nicht unterstützen möchte. „Es hat mir nicht gefallen, etwas zu verkaufen“, berichtet Rosenbaum ehrlich.

Die innere Abneigung gegen die oberflächlichen Seiten ihrer bisherigen Branche führte sie schließlich zu einer Stellenanzeige des Juks. Denn die 29-Jährige ist auch selbstständige Grafikerin. „Ich wollte etwas finden, was zu mir passt und wo die Konditionen stimmen.“ Die Verdienstaussichten stünden bei ihr zwar nicht an erster Stelle, sie habe aber auch nicht umsonst ihr Diplom mit 1,0 abgeschlossen. Wichtig sei ihr, dass sie Spaß an dem hat, was sie tut. Das betont sie mehrfach.

„Im Grafik-Design ist man schnell auf so einer Insel. Ich liebe das. Aber es ist auch sehr monoton“, erzählt sie. „Meine Aufgaben im Juks sind sehr vielfältig. Das Miteinander ist sehr nett.“ Kein Tag sei wie ein anderer. Sie lerne sich zu organisieren – deshalb gefalle ihr auch die Büroarbeit, obwohl die Grafikerin das vorher gar nicht erwartet habe. Zudem gebe ihr die Teilzeitstelle die Möglichkeit, als Grafikdesignerin die Aufträge anzunehmen, auf die sie wirklich Lust hat.

Dass sie mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu tun hat, macht den Reiz ihrer Tätigkeit aus, so Rosenbaum. „Wenn man Leuten freundlich begegnet, passieren so schöne Sachen. Ich hatte neulich eine alte Dame am Telefon. Sie sagte am Ende, ich hätte ihr den ganzen Tag versüßt, weil ich so nett war. Da arbeitet man doch gern.“

Privat wohnt sie mit ihrem Freund in Altona. Der tägliche Wechsel zwischen Groß- und Kleinstadt passt gut zu ihrem Naturell, findet sie. „Ich liebe es, hier rauszufahren und Kühe zu hören“, sagt die junge Frau und lacht. Außerdem habe es sie beeindruckt, wie viel in Schenefeld von Privatpersonen, Institutionen wie dem Juks und den örtlichen Vereinen organisiert wird. „Hier passiert so viel. Ich kannte Schenefeld ja vorher gar nicht. Das ist sehr spannend“, sagt die 29-Jährige. „Hier fühle ich mich gut. Es ist so cool und nett hier. Es zählt nicht, was man ist, sondern wer man ist. Das finde ich viel schöner.“

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