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Schenefeld : Alexandra Person kämpft mit Worten und Bildern gegen Extremismus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die 19-jährige Schenefelderin belegte mit ihrem Buch den zweiten Platz bei einem Bundeswettbewerb der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Schenefeld | Nein, mit Extremismus ist die gebürtige Russin Alexandra Person in ihrem Leben direkt noch nicht konfrontiert worden. Die 19 Jahre alte Schenefelderin ist trotzdem eine Expertin für dieses aktuelle Thema. Beim bundesweiten Wettbewerb „Mutig gegen jeden Extremismus“ der Konrad-Adenauer-Stiftung belegte sie mit ihrem Beitrag den zweiten Platz (wir berichteten).

Was sie mit dem Preisgeld in Höhe von 1000 Euro macht? „Erstmal sparen, fürs Studium.“ Die junge Frau weiß, was sie will. Im Frühjahr Abi am Wolfgang-Borchert-Gymnasium in Halstenbek machen. Anschließend Kommunikations- oder Mediendesign studieren. Kreativ sein, etwas selbst entwerfen und gestalten – das kann die Schenefelderin.

Ihr Buch über Extremismus ist nicht nur inhaltlich vortrefflich, sondern auch optisch ein kleines Kunstwerk. Handgeschrieben, mit vielen eigenen Zeichnungen, aber auch Grafiken und Tabellen, die sie während ihrer Recherche gefunden hat. Person hat ihr Buch sogar selbst gebunden. Sie setzt in dieser digitalen Welt, bewusst auf einen analogen Beitrag.

Extremismus: Person will mit ihrem Wettbewerbsbeitrag vor allem jungen Menschen zeigen, welche Gefahren, Gedanken und Strömungen sich hinter diesem Begriff versammeln – und zwar anschaulich und nachvollziehbar. „Ich habe während der Arbeit selbst noch ganz viel gelernt“, sagt die Schenefelderin. Sie erzählt eine fiktive Geschichte aus der Sicht von Laura (11), der gerüchteweise zu Ohren kommt, dass ihr Bruder Felix (17), ein Nazi, rechtsextrem ist. Mit diesem Begriff kann Laura aber nichts anfangen. Sie will herausfinden, was mit ihrem Bruder los ist.

Linke und Rechte: Intoleranz und Gewalt gibt es aber eben nicht nur an den Rändern der Gesellschaft, sondern plötzlich auch in deren Mitte. „Bei Pegida demonstrieren auch ganz normale Bürger, die plötzlich ausländerfeindliche Einstellungen äußern.“

Salafismus, Islamismus: Auch bei den Ausprägungen des religiösen Extremismus findet sich die Schenefelderin in einer Welt aus Gewalt und Angst wieder. „Religion ist doch eigentlich etwas Positives“, betont sie.

Person beschreibt nicht nur, wo Extremismus vorkommt. Sie sucht auch nach Erklärungen, nach Ursachen. „Parteien oder Religionen werden schnell zur Ersatzfamilie. Im Kreise der Gleichgesinnten fühlt man sich geborgen, angenommen und stark.“ Fehlende Bildung und Arbeitslosigkeit würden dazu führen, dass Jugendliche mit sich selbst und mit der Gesellschaft unzufrieden wären – oft folge die Flucht an die Ränder der Gemeinschaft, dort wo die Meinungsfreiheit nichts gelte und die Intoleranz vorherrsche.

Die Buch-Laura hofft inständig, dass ihr Bruder den Ausstieg aus der Nazi-Szene schafft. „Ich habe Angst vor ihm und um ihn“, lässt Person die Elfjährige sagen. Laura erfährt, dass es Hilfe bei Beratungsstellen gibt – und dass Prävention und Jugendarbeit wichtig sind, um Extremismus im Keim zu ersticken. „Wir müssen den Jugendlichen Werte vermitteln“, fordert die Schenefelderin. Ihr Buch ist besonders wertvoll.

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erstellt am 04.Apr.2015 | 10:00 Uhr

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