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Schenefelder Tageblatt

17. Oktober 2017 | 14:29 Uhr

Schenefeld : Aldi-Neubau: Fronten verhärtet

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Anwohner lehnen Pläne weiter kategorisch ab. BfB-Chef bezichtigt Investor der Lüge. Offizielles Verfahren noch nicht eröffnet.

shz.de von
erstellt am 15.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Die Anwohner der Friedrich-Ebert-Allee 13 bis 19 laufen weiter Sturm gegen die Pläne für einen Aldi-Neubau direkt vor ihrer Nase. „Ich appelliere an Sie, dem Bau so nicht zuzustimmen. Das wäre für uns eine Katastrophe“, sagte Nicole Beneke, Sprecherin der Anwohner, am Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss. Entschieden wurde nichts. Die Fronten bleiben verhärtet.

Wie berichtet, möchte Aldi einen modernen Discounter-Markt mit einer Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern an der Friedrich-Ebert-Allee neu bauen. Aber nicht am jetzigen Standort, direkt an der Hauptverkehrsstraße, sondern genau gegenüber, direkt vor der Wohnanlage. Die Anwohner fürchten den Lärm, Geruchsbelästigungen und eine Verschattung.

Fakt ist: Aldi und der Investor, die Groga Immobilien GmbH, haben die Pläne nach den massiven Bürger-Protesten bereits geändert. Der Abstand zur Wohnanlage soll größer werden. Es ist eine Lärmschutzwand vorgesehen. Die Rampenanlage erhält eine verlängerte Überdachung. Die Gesamthöhe des Gebäudes liegt im hinteren Bereich nur noch bei vier Metern. „Der Bau hat viele Vorteile. Es wird um elf bis 13 Dezibel leiser. Wir halten die Lärmwerte eines reinen Wohngebietes ein“, versprach Groga-Geschäftsführer Hans-Wilhelm Groth. Mit seinen Argumenten drang er bei den Anwohnern nicht durch.

Der Knackpunkt: Der Investor behauptet, dass das neue Gebäude nicht an dem alten, vorderen Standort realisiert werden kann. Das bezweifeln die Anwohner. Und die Politiker verlangen in diesem Punkt eine glasklare Antwort. Die soll Groga in 14 Tagen liefern.

Fakt ist auch: Die Auseinandersetzung um den Aldi-Neubau lässt die Emotionen hochkochen. BfB-Chef Manfred Pfitzner bezichtigte Groth öffentlich der Lüge. Er soll falsche Angaben über den Verbleib des Unternehmens Schinken-Huber an der Friedrich-Ebert-Allee gemacht haben. Groth wies diesen Vorwurf vehement zurück. Die Produktion von Schinken-Huber passe dort nicht mehr hin. Man habe dem Unternehmer eine Fläche in Norderstedt angeboten.

Emotional war auch der Einwand von Tierärztin Anne-Barbara Wacker. „Wenn der Markt dort gebaut wird, dann kann ich meine Praxis mit fünf Mitarbeitern schließen. Der Lärm ist für die Tiere nicht tragbar.“ Der Ausschuss-Vorsitzende Mathias Schmitz (Grüne) versuchte, die Gemüter zu beruhigen. „Wir müssen vernünftige Lösungen finden.“ Er versprach, dass die Einwände der Bürger im Verfahren gehört werden. Noch habe das Verfahren nicht begonnen.

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