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Hilfe beim Kampf gegen Blutkrebs : Aktion mit der DKMS am Gymnasium

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Typisierung: Der Kinder- und Jugendbeirat der Stadt und die Schülervertretung organisieren Aktion mit der DKMS am Gymnasium.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2017 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Die Resonanz war groß: Vor dem Musikraum, in dem gestern am Schenefelder Gymnasium eine Typisierungsaktion mit der DKMS organisiert wurde, standen die Jugendlichen Schlange. 96 von etwa 300 Schülern machten mit. Der Kinder- und Jugendbeirat der Stadt und die Schülervertretung hatten dazu aufgerufen. Der Anlass ist tragisch: Zwei Oberstufenschüler sind an Blutkrebs erkrankt.

Bevor es zur Typisierung ging, sammelten sich die zehnten, elften und zwölften Klassen im Forum. Dort informierte Annika May von der DKMS über die große Chance, die eine Spende den Kranken bietet. Blutkrebs sei die häufigste Krebsart bei Kindern. Für die Betroffenen sei eine Spende häufig die letzte Rettung, erläuterte May. Nur geht jeder Siebte leer aus. Kommt niemand aus der Kartei in Frage, bedeute dies oft den sicheren Tod. Die Gewebemerkmale von Spender und Patient müssten aber zu 100 Prozent übereinstimmen. Das mache die Suche so schwierig.

Sie warben für die weltweite Arbeit der DKMS: Arne Buntjer und Annika May.
Sie warben für die weltweite Arbeit der DKMS: Arne Buntjer und Annika May. Foto: Tanja Plock
 

Ist ein Spender gefunden, gibt es zwei Wege: Bei 80 Prozent der Fälle können die Zellen durch eine Blutentnahme gewonnen werden. So auch bei Arne Buntjer. Der Hamburger berichtete von seiner erfolgreichen Spende an eine Frau aus Saudi-Arabien. „Ich konnte chillen, Musik hören und DVDs gucken. Man selbst spürt kaum etwas“, sagte er. Für ihn habe die Spende nur positive Effekte gehabt. „Man weiß, dass man jemandem das Leben retten kann. Bei mir hat’s geklapt. Das ist ein super Gefühl.“

Sie helfen bei der Registrierung: Maria Faltin (l.), Malwine Ewers und Alexander Hoffmann.
Sie helfen bei der Registrierung: Maria Faltin (l.), Malwine Ewers und Alexander Hoffmann. Foto: Tanja Plock

Die Infoveranstaltung wirkte: Die Helfer wurden geradezu überrannt von Interessenten. Fragebogen ausfüllen, Wattestäbchen in den Mund und die Probe im Reagenzglas und Umschlag verstaut: Die Typisierung dauerte nur wenige Minuten. Wer noch nicht 18 Jahre alt war, wurde trotzdem aufgenommen. Sichtbar wird der Eintrag aber erst ab dem 18. Lebensjahr. Dann kann gespendet werden. Die Schenefelderin Sarah Weißenberg (17) gehörte zu den Freiwilligen. „Das war eine spontane Entscheidung. Ich will einfach helfen“, sagte sie. Auch Jonathan Henrichs (18) aus Schenefeld machte mit. „Die Veranstaltung hat mich überzeugt“, sagte der Schüler. Er kenne selbst jemanden, der an Blutkrebs erkrankt ist. Auch deshalb wolle er sich typisieren lassen. Zu den vielen Helfern vom Kinder- und Jugendbeirat und der Schülervertretung zählte auch Niklas Eckmann (17). Der Schenefelder hat einen ganz persönlichen Grund für sein Engagement: „Mein bester Freund ist 2015 an Blutkrebs gestorben. Damals wurde es zu spät erkannt.“ Deshalb sei es ihm ein persönliches Anliegen, dieses Schicksal anderen zu ersparen.

Alexander Hoffmann, Vorsitzender des Kinder- und Jugendbeirats, ist zufrieden mit der Aktion: „Es ist super gelaufen und hat alles funktioniert. Wir haben viel positives Feedback von Schülern und Lehrern bekommen“, sagte er.

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