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Gift-Anschlag in Schenefeld : 90 Jahre alte Birke ist tot

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Friedrich-Ebert-Allee: Der Baumhasser hat sein Ziel nach zwei Jahren erreicht.

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2014 | 10:04 Uhr

Schenefeld | Das Gift war stärker als die Birke. Der Baumhasser von der Friedrich-Ebert-Allee hat sein Werk vollendet. Er ist zum Baummörder geworden. Die 90 Jahre alte Birke auf dem Privatgrundstück von Corina Bülow ist tot. „Der Baum hatte alle Bätter verloren. Er musste aus Sicherheitsgründen gefällt werden“, sagt Bülow. Er stand direkt an dem öffentlichen Fußweg, der hinüber zum Mittelweg führt.

Die Fällung: Ein schwerer, schlimmer Moment für die Schenefelderin. Bis zuletzt hatte sie um ihre Birke gekämpft, alles getan, um den Baumhasser zu stoppen. Sie erstattete Strafanzeige. Sie ging an die Öffentlichkeit. Sie setzte eine Belohnung in Höhe von 500 Euro aus. Alles vergeblich. „Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt. Deshalb konnte die Schenefelder Polizei gar nicht ermitteln, wer der Täter ist.“ Ein herber Rückschlag für Bülow. Verstehen kann sie diese Entscheidung nicht. „Mein Schaden liegt bei mehreren tausend Euro. Bäume stehen in der Wertschätzung anscheinend ganz unten.“ Sie schüttelt den Kopf.

Am Ende bleibt nur ein Verdacht: Der Baumhasser kommt aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Beweise gibt es nicht. Nur Vermutungen, Gerüchte.

Die unglaubliche Geschichte begann vor gut zwei Jahren. Der unheimliche Täter attackiert den Baum immer wieder. Kupernägel, tiefe Bohrlöcher, in die eine Säure gekippt wird, Rinde, die entfernt wird. Für Bülow steht fest, dass jemand versucht, ihren Baum zu töten. Sie hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, um herauszufinden, mit welcher Substanz der Baumhasser zuschlägt. Das Ergebnis liegt vor. „Es handelt sich um ein hochwirksames Pflanzengift, das gar nicht mehr zugelassen ist“, sagt Bülow. Es wurde direkt in den Stamm gespritzt. „Am Ende hat der Baumhasser gewonnen“, sagt Bülow. Ist er weiter aktiv? Bülow berichtet von einer großen Buche in der Nachbarschaft. Der Baum sei tot. Ihre alte Birke, die 25 Meter in den Himmel ragte, fehlt der Schenefelderin. Sie hat einen Baumstumpf stehen lassen. Die Verletzungen, die dem Baum zugefügt wurden, sind deutlich zu sehen. Für Bülow ist der Stumpf ein Mahnmal. Gegen das Vergessen.

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