Schenefeld : 80.000 „Glücksgriff“-Euro verteilt

Ingrid   Pöhland  (von links),  Karin Schäfer,  Irmi   Bondzio und Gerd  Fiebig laden  zur Geburtstagsfeier ein.
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Ingrid Pöhland (von links), Karin Schäfer, Irmi Bondzio und Gerd Fiebig laden zur Geburtstagsfeier ein.

Verein feiert am 1. Juli seinen fünften Geburtstag. Bisher wurden 250.000 Euro umgesetzt, die Gewinne fließen in soziale Projekte.

shz.de von
24. Juni 2014, 10:00 Uhr

Als Ingrid Pöhland 2009 den „Glücksgriff“ in der Lornsenstraße gründete, wollte sie sich parallel zu einem Sprachkurs in Spanisch anmelden. So viel würde in dem Second-Hand-Laden schon nicht zu tun sein. Dachte Pöhland damals. Sie irrte. Spanisch spricht sie auch fünf Jahre später noch nicht. Dafür hat sich der „Glücksgriff“ zu einem florierenden Unternehmen und zu einem Fulltimejob für Pöhland gemausert.

„Diese Entwicklung hat uns geradezu überrollt“, sagt Pöhland rückblickend. Mit einem zwölfköpfigen Team ging es los. Heute sind 40 Helfer in 15 Schichten an zwei Standorten im Verkauf tätig. Früher lagen die Tageseinnahmen bei 50 Euro. Heute bei 250 Euro. Am Dienstag, 1. Juli, wird der fünfte Geburtstag gefeiert (siehe Extrakasten).

In den vergangenen fünf Jahren hat der gemeinnützige Verein zirka 250 000 Euro umgesetzt. Die Erträge in Höhe von 80 000 Euro wurden in soziale Projekte in Schenefeld investiert. Nutznießer sind unter anderem die Schulen, der Kräla-Treff, die Schenefelder Tafel, das Juks, Blau-Weiß 96, die Awo und das Babycafé. Immer mehr Anträge auf finanzielle Unterstützung muss der Vorstand des 60 Mitglieder zählenden Vereins bearbeiten. Hilfe für Kinder. Jugendliche und Senioren sowie die Völkerverständigung hat sich der „Glücksgriff“ auf die Fahnen geschrieben.

Die Idee ist so einfach wie genial: Das „Glücksgriff“-Team verkauft in den beiden Standorten in der Lornsenstraße und im alten Postgebäude am Heisterweg ausschließlich gespendete Waren. Der Gewinn fließt zu 100 Prozent in soziale Projekte. „Wir zahlen Steuern, wie jedes andere Unternehmen auch“, betont Pöhland. Dazu kommen Ladenmieten, Betriebskosten und Versicherungen. Hohe Ausgaben für den Verein. Trotzdem: „Wir sind ein gesundes Unternehmen“, sagt Pöhland.

Was Vorstandsmitglied Gerd Fiebig besonders freut: „Die Spendenbereitschaft ist ungebrochen.“ Und das nicht nur bei Kleidung, Geschirr, Büchern und Spielen. In den vergangenen fünf Jahren hat der Verein auch Geldspenden in Höhe von gut 55 000 Euro erhalten.

Nachhaltigkeit: Darauf legt das „Glücksgriff“-Team besonders viel Wert. „Wir geben nicht nur das Geld für Projekte. Wir betreuen sie auch“, betont Fiebig. Der „Glücksgriff“ ist ein Glücksfall für die Stadt Schenefeld. Das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter hat 2013 auch die Stadt gewürdigt. Der „Glücksgriff“ erhielt den Ehrenpreis.

Wünsche für die Zukunft gibt es natürlich auch. „Noch mehr Kunden in unserem Geschäft am Heisterweg“, sagt Pöhland. Und noch mehr freiwillige Helfer. Denn das expandierende Unternehmen stößt personell ganz langsam an seine Grenzen.

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