Als Helden die Schule verlassen : 50 Schüler feiern ihren Abschluss an der Gemeinschaftsschule in Schenefeld

„Schule war doch gar nicht so blöd wie gedacht“, gab die Rektorin Ina Baumert den Absolventen auf den Weg.
„Schule war doch gar nicht so blöd wie gedacht“, gab die Rektorin Ina Baumert den Absolventen auf den Weg.

Die Rektorin Ina Baumert ist dabei in den Ruhestand verabschiedet worden.

shz.de von
13. Juli 2015, 13:00 Uhr

Schenefeld | „Wir sind Helden, also beweisen wir das jetzt auch“ – so lauteten die letzten Worte von Marco Vetter, die er während der Schulentlassung an seine Mitschüler richtete. Das zustimmende Nicken zeigte, dass sich viele die Worte zu Herzen nahmen. Zahlreiche Besucher kamen zu der Schulentlassung der Gemeinschaftsschule Schenefeld. Auch Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski hat sich „extra Zeit genommen, um dabei zu sein“. „Nicht nur die Wirtschaft braucht euch, sondern auch die Gesellschaft. Bringt euch ein und mischt auch in Schenefeld kräftig mit“, sagte Bichowski. Verabschiedet wurden Schüler der Klassen 9b, 9d und 9f sowie der 10a und 10b. Insgesamt 50 Schüler betraten zu dem imposanten Lied „Conquest of Paradise“ den Saal und ließen sich, getreu ihrem Motto, als Helden feiern. „Dies soll ein Tag sein, an den sie sich alle hoffentlich erinnern werden. Schließlich ist nun die Büffelei und der Prüfungsstress erst einmal vorbei“, sagte Ina Baumert (Foto), Rektorin der Gemeinschaftsschule. Doch die Anstrengungen haben sich laut Baumert gelohnt: „Sie haben den ersten allgemeinen Schulabschluss und einige den mittleren Schulabschluss. Viele besuchen nun weitere Schulen, was mir zeigt, dass Schule doch gar nicht so blöd war, wie gedacht“, sagte die Rektorin und lachte.

Besonders der Abschlussstreik habe sie sehr beeindruckt. Die Schüler hatten dabei ihre Schule in einen Kerker des Schreckens verwandelt und all ihre Lehrer, oder auch Gefängniswärter, hinter Gittern gesteckt. „Sie mussten sich dann freikaufen. Da es nicht allen gelang, hatte ich keine andere Wahl als an diesem Tag Schulfrei zu geben“, erinnert sich Baumert.

Für sie war es an diesem Tag gleich ein doppelter Abschied. Denn dies sollte auch ihre letzte Schulentlassung sein. „ Für sie ist das nun ein Abschluss der Lebensarbeitszeit und wir bedanken uns für ihre tolle Arbeit Frau Baumert“, betonte Bichowski.

Emotional wurde es bei einigen Bilderpräsentationen, die die vergangenen Jahre der Schüler zeigten. Da blieb bei einigen kein Auge mehr trocken. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die langersehnten Zeugnisse ausgehändigt. Die besten Schüler aus jeder Klasse wurden außerdem noch für ihre guten schulischen Leistungen ausgezeichnet.

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