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Auszeichnung : 40 Jahre im Einsatz für die Siedler

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Günther Koop ist der neue Träger des Ehrenpreises der Stadt Schenefeld.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2016 | 12:00 Uhr

Schenefeld | Ein Wort fällt im Gespräch mit dem neuen Träger des Ehrenpreises der Stadt Schenefeld immer wieder: „Zusammenhalt“. Das ist es, was Günther Koop (82), der 40 Jahre lang den Siedlerbund geleitet hatte, an der Vereinsarbeit fasziniert und bei der Stange gehalten hat.

Im März folgte ihm Johannes von Bastian (73) als Vorsitzender. Koop bleibt stellvertretender Vorsitzender. Dass er den Preis überhaupt während des Neujahrsempfangs am 15. Januar in Schenefeld entgegennehmen kann, grenzt an ein Wunder. Der rüstige Rentner hat mehrere schwere Operationen in diesem Jahr hinter sich.

Trotzdem wirkt er erstaunlich fit während des Gesprächs. Selbst Erinnerungen an die Kindheit sind noch da. 1934 sei er in Hamburg geboren, 1937 siedelte er mit den Eltern nach Schenefeld um. Da gab es den Siedlerbund bereits. Während des Kriegs musste dieser seine Vereinsarbeit aber einstellen. „1950 ist er wieder auferstanden“, sagt Koop. Im Jahr 1968 wurde er Vorsitzender. „Der Zusammenhalt der Menschen hat mir besonders gefallen“, sagt er. Der Siedlerbund ermöglichte damals günstige Darlehen, um den Menschen den Bau eines Eigenheims zu ermöglichen. Vorgegeben war aber auch die Selbstversorgung: mit eigenen Schweinen, Hühnern und Kaninchen. Der jetzige Vereinsvorsitzende von Bastian bewundert, dass die Siedler den Mut hatten, zu bauen. „Das waren hier alles Sandwege. Die Menschen hatten ja nichts mehr. Das war die Gemeinschaft, die alle getragen hat. Zusammen haben sie die Häuser hochgezogen. Hand in Hand war das Grundprinzip.“

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„Das war die Gemeinschaft,
die alle getragen hat.
Hand in Hand war das Grundprinzip.“

Johannes von Bastian
Siedlerbund
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Darüber hinaus habe der Siedlerbund Ausflüge organisiert. „Das hat jahrelang funktioniert“, sagt Koop. Zu den erfolgreichen Zeiten hatte der Verein 200 Mitglieder, heute sind es etwa 40. Immer noch ist eine Haftpflichtversicherung für Haus und Grundstück im Jahresbeitrag enthalten. Die Siedler, die sich heute „Verband Wohneigentum“ nennen, bieten außerdem auch eine Rechtsberatung an.

Koop erinnert sich gern an die Ausfahrten an die Mosel und das Karpfenessen. Der Rentner braucht nur den Namen eines Mitglieds, und er weiß, wo dieser gebaut hat. „Er kennt praktisch jeden hier“, sagt von Bastian. Heute besucht der Verein regelmäßig Mitglieder im Altenheim. „Die Zukunft ist nicht rosig“, gibt von Bastian zu. Es sei schwer, junge Menschen für den Verein zu begeistern.

Koop hatte keinen leichten Start ins Leben: Seine Eltern zogen 1937 in die Siedlung. Der Vater fiel später während des Kriegs, seine Mutter musste ihn allein großziehen. Als junger Mann fing Koop als Hafenarbeiter in Hamburg an, arbeitete sich dort bis zum Personalverantwortlichen hoch. Mit 60 Jahren ging er in Rente. Vom Jahr 1998 bis zum Jahr 2003 saß er zudem in der Ratsversammlung für die Stadtpartei. Auch im Bürgerverein Schenefeld war er aktiv.

Eine weitere Herzensangelegenheit war die Städtepartnerschaft mit Luninez. „Ich bin da immer mit rübergefahren“, sagt Koop. 13 Mal habe er persönlich Spenden übergeben, darunter auch Krankenhausbetten. Zum Neujahrsempfang ist eine Delegation aus Weißrussland nach Schenefeld eingeladen. Der 82-Jährige freut sich auf viele bekannte Gesichter. Beginn des Empfangs ist um 11.30 Uhr im Ratssaal.

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