NachmittagsBetreuung : 30 Grundschüler finden keinen Platz

Der Ranzen ist gepackt. Doch wohin nach der Schule? In Schenefeld gibt es zu wenig Betreuungsplätze.
Der Ranzen ist gepackt. Doch wohin nach der Schule? In Schenefeld gibt es zu wenig Betreuungsplätze.

Die Stadt versucht Übergangslösung zu finden. Der Start der Ganztagsschule im Sommer 2018.

shz.de von
24. März 2017, 16:00 Uhr

Schenefeld | Schenefeld hat ein Problem bei der Ganztagsbetreuung: Nach derzeitigem Stand fehlen nach den Sommerferien etwa zehn Hortplätze und zwischen 20 und 25 Plätze in der nachschulischen Betreuung. Bis Ende März läuft allerdings noch die Bedarfsanalyse, was die Ganztagsbetreuung der Grundschulkinder angeht. Erst dann steht nach Angaben der Verwaltung endgültig fest, wie viele Kinder keinen Platz bekommen haben.

Schenefeld bietet die Betreuung für Grundschulkinder auf zwei Schienen an: Zum einen gibt es Hortplätze, angegliedert an die Kindertagesstätten, mit denen aktuell 144 Mädchen und Jungen bis 17 Uhr betreut werden. Die nachschulische Betreuung, organisiert von der Kita Rasselbande, läuft bis spätestens 15.30 Uhr. Dort haben 130 Kinder einen Platz.

Kathrin Steinbügl vom Fachdienst Soziales schätzt ausgehend von der Erfahrung der vergangenen Jahre, dass sich die Lage bei den Hortplätzen bis zum Sommer entspannen wird. „Das wird sich noch zurechtruckeln.“ Der volle Bedarf könne aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gedeckt werden.

Im jüngsten Sozialausschuss hatten sich mehrere Eltern über die Situation beschwert. Sie hatten noch keine Zusage für einen Betreuungsplatz erhalten. „Ich kann meinen Job nicht kündigen, um meine Kinder zu betreuen“, sagte eine Mutter. „Wir hängen in der Luft.“ Eine andere Schenefelderin wurde deutlicher: „Diese Unflexibilität ist grauenhaft. Ich muss hier stehen und betteln, um einen Betreuungsplatz zu bekommen. Das ist doch traurig.“ Axel Hedergott, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit, Jugend, Bildung und Soziales, zeigte zwar Verständnis für die Eltern, betonte aber ebenso, dass es keinen Rechtsanspruch auf einen Hortplatz gibt. In der Tat gehört dies zu den sogenannten freiwilligen Leistungen. Dafür gibt es auch keine Zuschüsse vom Land.

Klar ist: Die Stadt Schenefeld ist dabei, die nachschulische Betreuung deutlich auszubauen. In beiden Grundschulen entstehen derzeit Bewegungsräume und Mensen, um im Sommer 2018 mit der offenen Ganztagsschule loszulegen. Dann könnten die Kinder bis 17 Uhr an den Schulen bleiben. Die Hortlösung in den Kitas würde dann zurückgefahren, sagte Hedergott gestern auf Nachfrage. Wie das Problem bis dahin gelöst werden kann, ist unklar. „Die Stadt wird alles tun, um Eltern und Kinder zufriedenzustellen“, so Hedergott. „Es muss aber auch bezahlbar sein.“ Eine Arbeitsgruppe beschäftige sich intensiv mit dem Thema – auch, um eine Übergangslösung zu finden.

Tobias Löffler, Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur (CDU), sagte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, er wolle zunächst die Auswertung der Stadt abwarten. Auch er verweist auf die Sitzung der Arbeitsgruppe zur nachschulischen Betreuung, die in der kommenden Woche tagt. „Danach sind wir schlauer“, so Löffler. Er könne zwar die „Panik“ der Eltern verstehen, machte aber deutlich: „Die Politik schläft nicht. Spätestens zum Start der Ganztagsschule werden wir eine hundertprozentige Lösung hinbekommen.“ Die Politik werde sich für eine Übergangslösung einsetzen. Allerdings werde es „schwierig“, während der Bauphase neue Gruppen zu gründen. Zwei weitere Betreuungsgruppen sollen bereits nach den kommenden Sommerferien an der Grundschule Altgemeinde eingerichtet werden. Das hat die Politik jüngst entschieden.

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