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Schenefelder Tageblatt

23. Oktober 2017 | 05:00 Uhr

22 Prozent: Die Grünen räumen ab

vom

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Schenefeld | Der Jubelsturm schallt um 19.17 Uhr durch den Ratssaal. Die Grünen fallen sich vor Glück in die Arme. Michael Behrens hat den Wahlkreis elf direkt gewonnen. 25 Minuten später gibt es kein Halten mehr. Hans-Gerhard Schwarz reißt die Arme hoch, ballt vor Freude die Fäuste. Er gewinnt für die Grünen das zweite Direktmandat an diesem Abend.

Die Grünen rocken das Rathaus. Mit 22,3 Prozent meldet sich die Partei nach fünfjähriger Abstinenz mit einem fulminanten Ergebnis zurück auf der politischen Bühne. Sie ziehen mit sechs Abgeordneten in die Ratsversammlung ein. "Fantastisch", sagt Grünen-Frontmann Mathias Schmitz. "Aber wir haben mit einem Ergebnis in dieser Größenordnung gerechnet." Die Grünen strotzen vor Selbstbewusstsein.

Jubel auch bei den Sozialdemokraten - obwohl sie mit 10,1 Prozentpunkten an diesem Wahlabend die höchsten Verluste aller Parteien hinnehmen müssen. Doch die 29,7 Prozent reichen, um auch künftig stärkste Fraktion zu bleiben. "Das ist wichtig", sagt Spitzenkandidatin Ingrid Pöhland. "Wir haben auf unsere Glaubwürdigkeit gesetzt. Bei uns gab es kein Rumgeeier." Die SPD kann vor allem bei den Direktmandaten punkten. Wie 2008 gewinnt sie in neun Wahlkreisen.

Die CDU holt diesmal nur drei Direktmandate. In der CDU-Ecke nur betretene Gesichter. Ein wenig ungläubig verfolgen die Kandidaten die eingehenden Ergebnisse. Der Trend ist schnell klar. Die CDU verliert auf breiter Front. Am Ende erreichen die Christdemokraten 27,1 Prozent der Stimmen - das sind 8,9 Prozentpunkte weniger als 2008. Die CDU erreicht acht Sitze. Bei diesem Ergebnis verschlägt es sogar dem sonst so schlagfertigen Fraktionschef Hans-Jürgen Rüpcke die Sprache. "Ich hätte nie gedacht, dass wir so viel Stimmen an die Grünen verlieren. Das wird jetzt ganz mühsam für uns."

Zu den Wahlverlierern zählt auch die FDP. Sie ist nur noch mit einem Abgeordneten dabei. Für mehr reichen die 4,9 Prozent nicht. Die Liberalen müssen Verluste in Höhe von 8,7 Prozentpunkten verkraften.

Die Offensive für Schenefeld verteidigt mit 9,7 Prozent ihre drei Sitze im Rat. "Wir haben mit dem vierten Sitz geliebäugelt. Es hätte gern ein bisschen mehr sein dürfen", sagt Spitzenkandidat Andreas Wilken. 6,3 Prozent: Die Wählervereinigung Bürger für Bürger trat zum ersten Mal an und schickt zwei Vertreter in den Rat. "Damit sind wir zufrieden. Das war unser Ziel", betont Manfred Pfitzner. Über die Wahlbeteiligung schütteln alle Politiker fassungslos den Kopf. Nur 39,7 Prozent der Schenefelder nutzen ihr Wahlrecht. "Erschütternd", sagt SPD-Mann Gerhard Manthei.

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