Schenefelder Tim-Kröger-Straße : 2014 sollen die Bagger rollen

Der kleine Wald muss weichen.  88 Wohneinheiten sollen in dem Neubaugebiet entstehen.
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Der kleine Wald muss weichen. 88 Wohneinheiten sollen in dem Neubaugebiet entstehen.

Politik segnet Baupläne für umstrittenes Neubaugebiet zwischen der Altonaer Chaussee und der Timm-Kröger-Straße endgültig ab. Wald muss auf doppelt so großer Fläche ersetzt werden.

shz.de von
05. November 2013, 12:00 Uhr

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Das war auch beim umstrittenen Neubaugebiet zwischen der Altonaer Chaussee und der Timm-Kröger-Straße so. Mitstreiter der Bürgerinitiative setzten im Stadtentwicklungsausschuss all ihre Hoffnung auf die Grünen, um zu erreichen, dass die 88 Wohneinheiten nur von der Altonaer Chaussee aus angefahren werden können. Vergeblich. CDU und SPD zementierten endgültig die Entscheidung vom November 2013. Das Neubaugebiet wird nach Fertigstellung auch über die Timm-Kröger-Straße und den Fritz-Reuter-Platz angefahren. Grund: Die Verkehrsbelastung soll verteilt werden. Eine Durchfahrtsstraße wird es in dem Gebiet nicht geben.

Für Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz bleibt diese Entscheidung völlig unverständlich. „Ohne diesen Streit würden die Gebäude schon stehen.“ Schmitz verwies darauf, dass Stadtplaner Günter Leimert sich ausdrücklich für eine Erschließung nur über die Altonaer Chaussee ausgesprochen hatte.

Einen positiven Aspekt nahmen die BI-Mitglieder aber mit nach Hause. Das gesamte Baugebiet soll als Verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen werden. Für das Wohnprojekt muss der kleine Wald weichen. Die vorgeschriebene Ersatzpflanzung muss doppelt so groß sein, wie die jetzige Waldfläche. Der Investor muss die Bäume in Schenefeld pflanzen. Die Stadt bietet Flächen am Holtkamp an, wo bereits mit der Aufforstung eines Waldes begonnen wurde.

Die Grünen kritisierten, dass in dem gesamten Verfahren auf eine Umweltprüfung verzichtet wurde, „obwohl hier ein Wald der Wohnbebauung weichen muss“, sagte Schmitz. Die geplante zwei Meter hohe Schallschutzwand an der östlichen Grundstücksseite wird nun doch nicht gebaut. Sie ist schlichtweg überflüssig. Laut Leimert werden die Grenzwerte mit und ohne Wand leicht überschritten. „Allerdings nur am Tag. Die Nachtruhe ist nicht beeinträchtigt“, betonte Leimert.

Seit mehr als zwei Jahren wird über das Neubaugebiet diskutiert und gestritten. Investor Jens Förster geht davon aus, dass frühestens im Sommer 2014 mit dem Bauvorhaben begonnen wird. „Wenn die Schenefelder Ratsversammlung im Dezember die Planung beschließt, werden wir beim Kreis Pinneberg eine Baugenehmigung beantragen“, betonte Förster gestern.

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