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Servicetelefon Schenefeld : 115 – Eine Nummer sorgt für Frust

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schenefelder, die bei der Nummer anrufen, landen in Hamburg.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2014 | 12:01 Uhr

Schenefeld | Edeka liebt bekanntlich Lebensmittel. Die Elmshorner Kreisverwaltung liebt Fragen – unter der einheitlichen Servicenummer 115. Die wird in Schenefeld alles andere als geliebt. Wahrscheinlich kennt sie in der Stadt kaum jemand, obwohl die 115 als direkter Behörden-Draht seit Dezember 2011 zu den Mitarbeitern der Elmshorner Kreisverwaltung führen soll.

Tut sie aber nicht. Wer in Schenefeld die 115 wählt, landet auch am Ende der dreijährigen Pilotphase im Kreis Pinneberg dank der 040-Vorwahl automatisch im Hamburger Servicecenter. „Das führt immer wieder zu Problemen und Missverständnissen“, sagt Schenefelds Bürochef Melf Kayser. Fast alle Straßen, die es in der Kleinstadt gibt, gibt es auch beim Nachbarn in der Großstadt. Verwirrung pur, wenn es um etwas so Einfaches wie ein Halteverbotsschild für einen Umzug geht.

Bitter: Rat- und Hilfesuchende Bürger erhalten aber auch falsche Auskünfte, denn Hamburg und Schleswig-Holstein haben unterschiedliche Gesetze und Regelungen. „Das führt bei den Bürgern oft zu Frust“, sagt Kayser – und manchmal auch zu Beschwerden im Schenefelder Rathaus.

Um wirklich direkt im Elmshorner Servicecenter zu landen, müssten die Schenefelder vor die 115 die Pinneberger Vorwahl wählen. Wahrlich nicht im Sinne der Erfinder der bundeseinheitlichen Servicenummer.

Bürgerservice, eine zentrale Nummer: „Die Idee dahinter ist gut“, betont Kayser. Doch die Resonanz in Schenefeld ist ernüchternd. Es gab nur 102 registrierte Anrufe in drei Jahren, darunter sogar noch viele Testanrufe.

Schenefeld tut sich schwer mit der 115. „Aufgrund der Probleme machen wir bewusst keine gezielte Werbung für diese Servicenummer, weder auf unserer Homepage noch auf den Briefköpfen der Stadt“, betont der Bürochef.

Trotzdem: Schenefeld steigt aus dem bestehenden 115-Verbund nicht aus. Der Vertrag wurde gerade verlängert. Das hat der Hauptausschuss vergangene Woche entschieden. Denn Kosten entstehen der Stadt bisher nicht. Sollte sich dies eines Tages ändern, wird Schenefeld aber sofort Konsequenzen ziehen und den Kooperationsvertrag kündigen. Auch diese Entscheidung wurde im Hauptausschuss getroffen. Die 115 und Schenefeld: Das passt irgendwie noch nicht zusammen.

„Wir lieben Fragen“: So lautet der 115-Werbespruch in der Elmshorner Kreisverwaltung. Die einheitliche Behörden-Nummer wird immer öfter in Anspruch genommen. 2013 wurden 6200 Anrufe registriert. In diesem Jahr werden es mehr als 7000 sein. Vor allem die Elmshorner und Pinneberger nutzen den direkten Draht zur Behörde. Die Kosten liegen bei  zirka 12.000 Euro im Jahr. Für die Städte und Gemeinden war die Teilnahme bisher kostenlos. Die Service-Nummer ist montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 18Uhr erreichbar.
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