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Kriminalitätsstatistik : 104 Einbrüche in Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Kriminalität steigt nach sechs Jahren wieder an. 1213 Straftaten in 2015 registriert. Aufklärungsquote liegt bei 36,8 Prozent.

Schenefeld | Vier Großkontrollen an den Ein- und Ausfallstraßen. Verstärkte Polizeipräsenz im Stadtgebiet und Präventionsveranstaltungen für die Bürger: Die Polizei ist auch in Schenefeld in den vergangenen Wochen massiv gegen Einbrecher vorgegangen. Kein Wunder: Die Kleinstadt war im vergangenen Jahr eine Einbruchs-Hochburg im Kreis Pinneberg. 104 Mal schlugen die Täter zu. Eine Steigerung von 117 Prozent zum Vorjahr, als die Polizei in Schenefeld „nur“ 48 Einbrüche registrierte. Kein Wunder, dass Schenefelds Polizeichef Jan Wittig von einer „besorgniserregenden Entwicklung“ spricht. Den Schaden bezeichnet er als enorm. „Nicht nur im finanziellen Bereich. Wenn Täter in den direkten Lebensbereich der Bürger eindringen, hat das oft auch weit reichende psychologische Folgen für die Betroffenen.“ In Schenefeld seien organisierte Banden am Werk.

Die Strategie der Polizei habe zwar jetzt Erfolge gezeigt. Wittig redet das Problem aber nicht schön. „Der hohe Fahndungsdruck hat zu einem Verdrängungswettbewerb geführt.“ Heißt: Die Täter schlagen jetzt woanders zu. Wichtig aus Sicht des Polizeihauptkommissars: „Die Bürger sollen die 110 wählen, wenn ihnen etwas Verdächtiges auffällt, egal ob Personen oder Fahrzeuge.“ Die Polizei sei auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. Die Bekämpfung der Einbruchskriminalität bleibe ein Schwerpunkt in der Polizeiarbeit.

104 Einbrüche: Die hohe Zahl hat auch die Bilanz für 2015 verhagelt. Erstmals seit sechs Jahren verzeichnet Schenefeld wieder einen Anstieg bei den verübten Straftaten. 1213 waren es im vergangenen Jahr und damit 94  mehr als 2014. Für Wittig aber kein Grund, die Alarmglocken schrillen zu lassen: „Das ist ein moderater Anstieg.“

Die Aufklärungsquote ist gesunken – von 38,6 auf 36,8 Prozent. Sie liegt damit deutlich unter dem kreisweiten Wert, der 46,4 Prozent beträgt. Auch hier wirken sich die Einbrüche auf die Zahlen aus. Denn bei Diebstählen aus Wohnungen lag die Aufklärungsquote nur bei 18,3 Prozent.

 

Einen Anstieg der Delikte musste die Polizei auch bei den Fahrraddiebstählen verzeichnen. 183 Mal schlugen die Täter im vergangenen Jahr zu, ein Anstieg um 27 Fälle. Laut Wittig sind die Raddiebe vor allem im Bereich des „Stadtzentrums“ und des Schulzentrums Achter de Weiden tätig. Eine deutliche Zunahme registrierten die Beamten auch bei den Autoaufbrüchen. Die Straftaten stiegen von 88 auf 106 Delikte an. Die Täter haben es vor allem auf Navigationsgeräte und Airbags abgesehen. Auch in diesem Bereich spricht Wittig von einem organisierten Vorgehen der Täter. Ladendiebstähle wurden 65 Mal angezeigt, viermal öfter als noch im Jahr 2014.

Gefreut hat sich Schenefelds Polizeichef über den deutlichen Rückgang bei den sogenannten Rohheitsdelikten: Die Zahl der Körperverletzungen lag bei 67 – 2014: 95 Taten – und die Raubdelikte sind von neun auf vier Taten zurückgegangen. Auch bei den angezeigten Rauschgiftdelikten ist eine positive Entwicklung auf 47 Fälle zu erkennen. 2014 waren es noch 56. Aber Wittig spricht von einem großen „Dunkelfeld“.

Die Anzahl der Sexualdelikte betrug zehn. Ein Exhibitionist, der zweimal in Schenefeld sein Unwesen getrieben hatte, konnte laut Wittig ermittelt werden. Die Graffititaten stiegen zwar von sechs auf zwölf an. Doch der Polizeichef sieht ein „sehr niedriges Niveau“. Zum Vergleich: In Quickborn gab es im vergangenen Jahr 46 Taten. Die Konzepte in Schenefeld – unter anderem initiiert das Juks immer wieder legale Graffitiprojekte – würden sich positiv auswirken. Wittig lobte ausdrücklich die gute Arbeit des Kriminalpräventiven Rats der Stadt, der viel bewirke.

„Der Respekt gegenüber den Beamten nimmt weiter ab.“ Das belegt Wittig mit Zahlen. Siebenmal gab es Widerstand gegen Polizisten, 2014 war dagegen nur ein Vorfall registriert worden. Schenefelder Platz, das „Stadtzentrum“, die Diskothek Eberts: Neuralgische Punkte gibt es in der Stadt, Kriminalitätsschwerpunkte aber nicht. „Insgesamt lebt es sich in Schenefeld sicher“, betont Wittig. Im Jahr 2015 konnte die Polizei insgesamt 388 Tatverdächtige ermitteln. 40,2 Prozent hatten ihren Wohnsitz in Schenefeld, 30,7 Prozent in Hamburg. Von den Tatverdächtigen waren 78 Personen unter 21 Jahren und 35 über 60 Jahre alt. Wittig betonte, dass die in Schenefeld lebenden Flüchtlinge bei der Sachbearbeitung von Straftaten „keine Rolle“ spielen.

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erstellt am 15.Apr.2016 | 13:13 Uhr

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