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„Das war die erste Leiche“ : 1. Schenefelder Krimifestival eröffnet

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Petra Oelker eröffnet 1. Schenefelder Krimifestival und schon jetzt steht fest: Eine Fortsetzung ist geplant.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Schenefeld | „Das liegt an ihnen. Als sie noch nicht da waren, funktionierte alles“, scherzte Petra Oelker beim 1. Schenefelder Krimifestival. Die Hamburger Autorin hatte zunächst ein wenig mit einem quietschenden Mikrofon zu kämpfen, sagte aber gelassen: „Das gehört einfach zum Job. Jedes Mikrofon hat da seine Eigenarten.“

Oelker eröffnete den Abend mit Auszügen aus dem 2012 erschienen Buch „Ein Garten mit Elbblick“. Der Roman spielt im Jahr 1895 in Hamburg. Hauptfigur ist Henrietta Winfield aus Bristol, die nach dem Tod ihres Vaters in die Hafenstadt zurückkehrt. Der alte Mann hat ihr kaum mehr hinterlassen als eine Sammlung moderner Gemälde. Sein Vermögen ist verschwunden. Henrietta glaubt sich durch ihren englischen Ehemann versorgt. Doch dann wird am Rande der Speicherstadt ein Toter gefunden – Thomas Winfield. Henrietta, ganz auf sich gestellt, sucht nach Antworten. „Das war die erste Leiche“, witzelte Oelker, nachdem sie den blutigen Mord vorgelesen hatte – passend zum Motto der Lesungsreihe „Morden im Norden“.

Anschließend sinnierte sie: „Im letzten Tatort gab es 47 Tote. So fleißig war ich nicht.“ „Ein Garten mit Elbblick“ zeigte – wie so oft bei der Journalistin, die Sozialpädagogik sowie einige Semester Theologie studiert hat – eine große historische Genauigkeit und gab interessante Einblicke, wie die Hansestadt vor mehr als 100 Jahren war. „Wie es weitergeht, werde ich Ihnen heute nicht mehr erzählen, denn sie könnten sich sonst auf dem Heimweg fürchten“, läutete sie die Pause ein.

Danach las sie aus ihrem neusten Buch „Das klare Sommerlicht des Nordens“, das im Juli 2014 in den Handel kam. Während überall im Deutschen Reich nationalsozialistische und „rassebewusste“ Organisationen 1906 immer stärkeren Zulauf finden, kämpfen in dem Roman zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, in der Hansestadt mit ganz anderen Problemen. „Das ist kein klassischer Krimi, aber natürlich will eine Autorin auch ihr neustes Buch präsentieren und viele Besucher sind ja auch Oelker-Fans“, erklärte Annelore Wilke von der Stadtbücherei Schenefeld, die zusammen mit der Buchhandlung Heymann und der Stadt Wedel das Krimifestival im Ratssaal organisiert hatte.

Die Lesung von Gisa Pauly am 28. November ist bereits ausverkauft. Für Klaus-Peter Wolf, der aus seinem neusten Werk „Ostfriesenfeuer“ lesen wird, gäbe es noch Restkarten. Wilke zeigte sich von der Nachfrage begeistert und versprach: „Das setzen wir 2015 fort. Die Planungen laufen schon.“

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