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Lokales

19. August 2017 | 14:01 Uhr

Tauschtag : Schatzsuche im Album

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zu Gast beim Tauschtag der Briefmarkenfreunde

Vorsichtig nimmt er die Briefmarke mit der Pinzette aus dem Album. Das Thema des Tages ist „DDR“. „Ich habe schon ein Dutzend Marken gefunden und mein Partner auch“, sagt Adolf Heinrich. „Am Ende schauen wir mal, was wir tauschen.“

Die Mitglieder des Vereins Briefmarkenfreunde Itzehoe treffen sich jeden zweiten Sonntag im Monat im Café Schwarz. Der Verein wurde 1935 gegründet, die 25 Mitglieder kommen aus dem ganzen Kreisgebiet. „Eigentlich sind wir überaltert“, sagt der Vorsitzende Johann-Heinrich Jannsen. In der reinen Herrengruppe sind nur vier Berufstätige, der Rest ist im Rentenalter.

Sie alle sammeln Briefmarken, aber auch Briefe, die gelaufen sind, und jetzt als so genannte Belege gesammelt werden. Der eine oder andere interessiert sich auch für Notgeld. Gesammelt wird nach Gebieten oder auch nach Motiven. Aufgelistet sind die Marken und auch ihre Preise unter anderem in den so genannten Michel-Katalogen. „Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man Deutschland sammelt“, so der Vorsitzende.

Eine große Itzehoe-Sammlung des Vereins wurde aufgelöst und ist in die Hände der Briefmarkenfreunde übergegangen. Jochen Hasche hat viele Stücke davon erworben. „Ich sammle Skandinavien- und Itzehoe-Belege“, erklärt er. Auch Notgeld aus der Inflationszeit hat er in seinen Alben. Seine Sammlung zeigt ein Stück Postgeschichte. 1855 bis 1860 waren die Briefmarken in Itzehoe noch dänisch. Die erste Briefmarke aus Schleswig-Holstein, die Schleswig-Holstein Nr. 1, ist für Itzehoe nur sieben Mal einzeln und drei Mal auf einem Brief erhalten. Hasche besitzt einen dieser Belege. Die Echtheit kann man überprüfen lassen – für Schleswig-Holstein übernimmt das Carl Aage Møller.

Aus dem Jahr 1923 hat Hasche einen Beleg, der mit vier Briefmarken zu je 20 Milliarden Mark frankiert wurde – insgesamt also 80 Milliarden, eine Folge der immensen Inflation. Seine Heimatsammlung enthält auch einen Brief, der 1930 an seinen Opa Friedrich Hasche ging, der in der Edendorfer Straße lebte. Auf Ebay oder bei Auktionen kauft der Sammler fehlende Stücke. „Ich verbringe ein bis zwei Abende pro Woche damit. Man freut sich über jedes Stück, wenn es in die Sammlung passt. Es ist ein herrlich entspannendes Hobby.“

Dabei sei es durchaus möglich, einen Betrag von mehreren tausend Euro pro Jahr auszugeben. „Man muss immer versuchen, die Sammlung zu komplettieren“, sagt der Vorsitzende. „Es fehlen natürlich oft die teuren Marken. Man muss jedes Thema durchforsten, bis man alles darüber weiß.“ Dabei gibt es auch ungewöhnliche Sammlungen: „Wir hatten mal eine Frau im Verein, die nur Katzenmotive sammelte.“

> Kontakt: 04821/92334.




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