Seestermühe : Sandsäcke gefüllt – Deich gesichert

Hauruck! Mit vereinten Kräften hoben die Jungretter die schweren Balken in die Deichdurchfahrt.
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Hauruck! Mit vereinten Kräften hoben die Jungretter die schweren Balken in die Deichdurchfahrt.

Jugendfeuerwehren und THW proben bei Katastrophenschutzübung in der Seestermüher Marsch den Ernstfall

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13. Juli 2014, 22:00 Uhr

Seestermühe | Eine schwere Sturmflut hat sich angekündigt. Orkanartig bläst der Wind über die Elbe und drängt das Wasser über die Ufer in die Marschniederungen. An einigen Stellen drohen bereits die Deiche zu brechen. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) und andere Einsatzkräfte sind alarmiert. Jetzt gilt es, schnell zu handeln, bevor Häuser überflutet werden und Menschenleben in Gefahr sind.

Das Katastrophen-Szenario war glücklicherweise nur angenommen und eine Übung, an der sich am Wochenende sechs Jugendfeuerwehren aus dem Kreis sowie drei Nachwuchs-Truppen des THW beteiligten. Mit von der Partie waren mehr als 90 Jungretter aus Wedel, Holm, Haselau, Neuendeich, Seestermühe und Seester sowie die THW-Jugendvereine aus Barmstedt, Pinneberg und Elmshorn. Die Jugendfeuerwehrwarte hatten die Übung ausgearbeitet und acht Stationen eingerichtet, an denen die Helfer unter der Anleitung von Ausbildern verschiedene Aufgaben erfüllen mussten.

Startpunkt war am Sonnabendmorgen der Sportplatz in Seestermühe. Dort wurden die Teilnehmer in acht Gruppen von jeweils etwa zwölf Mädchen und Jungen eingeteilt. Aktive aus den Wehren fuhren die Jungretter mit Feuerwehrfahrzeugen zu den Stationen, die am Deichverteidigungsweg und am Pinnausperrwerk lagen. Die Einsatzleitung hatte sich am Bauerndamm postiert. Dort erläuterte Helge Kudenholdt vom Kreisfeuerwehrverband deren Aufgaben: Koordinierung des Personaleinsatzes, Heranschaffung von Verbrauchsgütern und technischer Ausrüstung sowie Organisation der Verpflegung.

An der Straße Am Neuenfeldsdeich musste eine Stöpe (Deichdurchfahrt) geschlossen werden. Dazu wurden schwere Balken übereinandergelegt und mit Sandsäcken abgedichtet. Die Säcke füllten die Helfer an einer Maschine, die das THW Elmshorn mitgebracht hatte. Mit einem Schaufellader wurde der Sand in einen Trichter gekippt und anschließend an sieben Füllstutzen in die Säcke gefüllt. „Routinierte Kräfte schaffen bis zu 2000 Stück die Stunde“, sagte Michael Sauer vom THW.

Am Sperrwerk musste eine Schlauchleitung über den Deich gelegt werden – kein leichtes Unterfangen, denn das hohe Gras erschwerte den Helfern den Anstieg über den Schutzwall. Funktion und Aufbau einer so genannten Quellkade erläuterte THW-Helfer Gordon Hallas: „Wenn das Wasser hoch am Deich steht, wird auf der anderen Seite eine Art Auffangbecken aus Sandsäcken gebaut und eine Verbindung hergestellt, damit der Druck vom Deich genommen wird“.

Aufmerksame Beobachter der Übung waren Kreisjugendfeuerwehrwart Ernst-Niko Koberg sowie Frank Homrich, Wedeler Jugendwart und stellvertretender Kreisbrandmeister. Beide zeigten sich außerordentlich zufrieden mit dem Verlauf. „Wir wollten mit der Aktion das Miteinander zwischen Jugendfeuerwehren und THW fördern und dem Nachwuchs auch die Problematik der Deichsicherung näher bringen“, sagte Homrich.

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