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Postkarten Zeitzeugen aus Papier und Karton

Von höf | 23.03.2013, 09:49 Uhr

Ein in Darmstadt lebender Rendsburger sammelt historische Ansichtskarten.

Schon lange vor Twitter, Facebook und SMS waren die Deutschen im Mitteilungsrausch. Sie schrieben Postkarten. Die Ansichtskarte war das Massenmedium jener Zeit, in der selbst das Telefon noch die Technik der Zukunft war. Frank Martens, ein seit 1996 in Darmstadt lebender Rendsburger, sammelt die Zeitzeugen aus Papier oder Karton, digitalisiert sie und zeigt sie im Internet auf seiner Homepage www.ansichtskarten-rendsburg.de.

"Aus Verbundenheit zu meiner Heimat möchte ich die Ansichtskarten öffentlich machen - das ist der Zweck meiner Sammlung", sagt Martens. Der als Ärzteberater bei der Kassenärztlichen Vereinigung tätige Buten-Rendsburger besitzt mehr als 500 Originale und weitere 600 Motive in elektronischer Form. Viele zeigen Rendsburg, Büdelsdorf, Fockbek und die anderen Orte im Großraum, wie man sie heute nicht mehr kennt. "Es gibt immer wieder Motive, die ich nicht zuordnen kann. Ansichten von Häusern, von denen ich den Standort nicht weiß", sagt Martens. Auch deshalb stellt der Sammler sie kostenlos ins Internet. Er ist für jeden Hinweis dankbar. "Ich würde mich freuen, wenn andere Kontakt mit mir aufnehmen."

Allein vom Bau der Eisenbahnhochbrücke besitzt Martens 26 verschiedene Motive. Eindrucksvoll auch die Aufnahmen vom Entstehen der Schleife. Zu den Raritäten im Fundus zählt eine Innenansicht vom Stadttheater (1902) und eine Szene, in der Bürgermeister Timm dem Flieger "Stöffler" den Ehrenpokal der Stadt Rendsburg überreicht (1912). Reichhaltig bestückt ist die Abteilung "Soldaten", in der Torpedo-Boote im Untereiderhafen zu sehen sind und immer wieder Soldaten posieren. Viele dieser Aufnahmen kommen steif und staatstragend daher, andere witzig bis ironisch: Zum Beispiel der "Gruss von der Musterung" oder die Karte mit der kühnen Behauptung "Die schönsten Mädchen im ganzen Land giebt’s nur in Rendsburg wie bekannt."

Viele Bilddokumente besitzt Martens von Hotels, Restaurants und Ausflugslokalen. Eine Fundgrube selbst für alteingesessene Rendsburger. Oder wer kennt noch das Café Rodeck, das gleich neben dem Alten Rathaus existierte? Oder die Tropfsteinhöhle "Zur Palme" im gleichnamige Restaurant?

Kontakt zu Frank Martens in Darmstadt: Tel. 06151/997631, E-Mail: frankmartens@nexgo.de.