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Rendsburg "Wir verdoppeln die Abo-Zahl!"

Von Joachim Pohl | 04.09.2010, 07:32 Uhr

Mihkel Kütson ist überzeugt: "Das wird eine ganz tolle Konzertsaison!" Der Chef des Landessinfonieorchesters fiebert mit seinen Musikern dem Auftakt der Spielzeit entgegen.

Und vor dem Hintergrund der Bedrohung des Orchesters durch die Sparpläne der Landesregierung ist er fest entschlossen, nicht nur etwas für die Kultur zu tun, sondern auch für ihre wirtschaftliche Basis: Die Zahl der Konzert-Abonnements soll bis zum Konzertsaisonstart am Freitag, 24. September, verdoppelt werden.

Gleich beim Auftakt erwartet das Publikum ein echter Hammer: Barenboim kommt! Zwar nicht der Barenboim, aber immerhin sein Sohn Michael, ein hervorragender Geiger, der den Solopart in Beethovens berühmtem D-Dur-Violinkonzert spielen wird. Der 1985 geborene Michael Barenboim hat natürlich auch schon mit seinem Vater zusammen konzertiert, studiert derzeit noch in Berlin und macht viel Kammermusik als Gründer des "ERlenbusch-Quartetts".

Für Mihkel Kütson ist Beethoven so etwas wie ein Pate in der Ahnenreihe der großen klassischen Komponisten. Deshalb hat er dem ersten Konzert den Untertitel "Der Pate" gegeben. "Jedes Konzert der Spielzeit hat einen Filmtitel bekommen", erklärt er, und bisweilen gibt es auch eine direkte Verbindung zum Programm. So beginnt das dritte Konzert am 3. Dezember mit einer Suite aus dem Film "Der englische Patient"; der Komponist heißt Gabriel Yared, geboren 1949.

Mit dem zweiten Konzert führen Kütson und das Sinfonieorchester, in dem es nur wenige Wechsel gegeben hat, das Publikum am 12. November über den Großen Teich in die USA. Das Motto heißt demzufolge "Lichter der Großstadt". Hauptwerk des Abend ist Dvoraks berühmte 9. Sinfonie "Aus der Neuen Welt". Weniger bekannt, aber nicht weniger attraktiv ist das Cello-Konzert von Samuel Barber, der vor allem für sein "Adagio for Strings" berühmt ist. Zum Auftakt erklingt die Suite für Jazzorchester Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch.

Der aus Estland stammende Dirigent Mihkel Kütson, der heute in einer Woche 39 Jahre alt wird, zählt nicht nur Noten in der Partitur und Musiker im Orchestergraben. Er zählt auch die Konzert-Abonnements und hat festgestellt, dass es zu wenige sind. "Da müssen wir etwas tun". Und er rechnet den Musikfreunden der Region vor, dass man mit dem Abonnement zu einem erheblich kostengünstigeren Musikgenuss kommt. Das Abo mit sieben Konzerten kostet in Rendsburg von 98,50 Euro bis 153 Euro. Wer die Tickets einzeln erwirbt, muss zirka 25 Prozent mehr bezahlen.

Einen besonderen Tipp hat Kütson für Unternehmen und Institutionen: "Erwerben Sie doch Abos und reichen Sie sie weiter an musikinteressierte Mitarbeiter oder an gemeinnützige Organisationen, die sie bedürftigen Musikfreunden schenken!"