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AUKRUG Walter Zielke gibt jetzt den Ton an

Von Hans-Jürgen Kühl | 30.01.2010, 05:59 Uhr

Einstimmig haben die Aukruger Sänger am Donnerstagabend in der Jahreshauptversammlung im "Alten Tivoli" Walter Zielke zu ihrem neuen Chorleiter gewählt.

Der 46-Jährige tritt die Nachfolge von Ortwin Kaschner an, der seinen Dirigentenstab aus Altersgründen niedergelegt hat. 2010 wird der Männergesangverein unter anderem bei "Aukrug macht Musik" (im Rahmen der Jubiläums-Festwoche "40 Jahre Aukrug" am 9. Mai) sowie in der Kirche in Innien (26. September) auftreten.

Zweimal hatten sie in den vergangenen Wochen bereits mit ihrem neuen Dirigenten geprobt, aber nach dem einstimmigen Votum der Chorsänger ist es seit Donnerstagabend, 21.50 Uhr, nun auch offiziell: Der neue Chorleiter des Männergesangvereins Aukrug heißt Walter Zielke. Der gebürtige Flensburger (Jahrgang 1963) wuchs in Neumünster auf, studierte Musik an den Hochschulen in Lübeck und Detmold, war anschließend unter anderem Kantor in Hamburg sowie Brunsbüttel und ist derzeit als Lektor für Musikverlage tätig.

"Mit der Suche nach einem neuen Chorleiter haben wir im Herbst begonnen", stellte MGV-Chef Martin Lemke in seinem Jahresbericht fest und bedankte sich bei Ortwin Kaschner, der sich 2008 bereit erklärt hatte, seinen Ex-Chor noch einmal für 15 Monate zu übernehmen, dann aber Ende 2009 aus Altersgründen abermals von seinem Amt zurückgetreten war (wir berichteten). "Mit seiner Bereitschaft, uns nicht nur als kurzfristige Übergangslösung, sondern länger als ein Jahr zur Verfügung zu stehen, hat Ortwin Kaschner uns sehr geholfen", lobte Lemke. Vier Bewerber habe es für die Nachfolge des Ehndorfers gegeben. "Wir hatten die Qual der Wahl, und wir haben uns für Herrn Zielke entschieden."

Das Ziel, das es mit dem neuen Dirigenten anzustreben gelte, sei klar, meinte Lemke: "Wir wollen unseren Chor in seiner derzeitigen Stärke erhalten und darüber hinaus junge Leute in den Verein aufnehmen, um unser Durchschnittsalter zu senken." Letzteres beträgt aktuell 66 Jahre - und herausgerechnet sind aus diesem hohen Durchschnittswert bereits Klaus Mehrens (81 Jahre) und Herbert Kinzel (82 Jahre), die sich bei der Versammlung am Donnerstag in den Sänger-Ruhestand verabschiedeten.

"Wir müssen neue Wege beschreiten mit Liedern, die auch die jüngere Generation ansprechen", forderte Lemke, "es ist wichtig, dass wir unsere 42 aktiven Sänger bei der Stange halten und gleichzeitig neue Mitglieder hinzu zu gewinnen." Neue Wege müsse man insbesondere beim alljährlichen Stiftungsfest beschreiten, betonte der Vorsitzende, da sei der Besuch 2009 nämlich sehr unbefriedigend gewesen. "In dieser Form hat unser Stiftungsfest zu wenig Zuspruch und bringt zu hohe Kosten mit sich", bilanzierte Lemke, "da müssen wir uns fragen, ob so eine Veranstaltung überhaupt noch sinnvoll und zeitgemäß ist." Eine Arbeitsgruppe werde sich mit dem Konzept des Traditionsfestes auseinander setzen, kündigte Lemke an: "Tabus darf es nicht geben. Alles kommt auf den Prüfstand - egal ob Ort, Zeitpunkt oder Programmablauf."

Sorge bereite ihm auch der Schwund bei den fördernden Mitgliedern, deren Zahl im Laufe des vergangenen Jahrs von 90 auf 85 sank, vermerkte Lemke: "Der Etatposten der Förderbeiträge bröckelt jährlich um zehn Prozent, und es ist absehbar, wann diese Quelle ganz versiegt." Neue Einnahmen erhofft sich der Vorstand in Zukunft von fördernden Mitgliedern aus der Geschäftswelt, denen man Werbung auf der geplanten MGV-Homepage anbieten will. "Mit diesem Projekt wollen wir bald online gehen", verkündete Lemke und wies auf das neue Vereinslogo hin, das Sangesbruder Mark Lange für die Internet-Präsentation entworfen hat und das bereits MGV-Aufkleber für Auto und Sangesmappe ziert. Bei den Ehrungen gab es eine silberne Nadel für MGV-Vize Detlef Ratjen (25 Jahre im Chor) sowie Urkunden für Wilfried Hochstein (30 Jahre) und Gerhard Rathjen (zehn Jahre).