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Fall aus Rendsburg Ministerium: Moscheebesuch im Fach Erdkunde ist Pflicht

Von kim | 28.10.2016, 13:03 Uhr

Eltern wollten nicht, dass ihr Sohn die Moschee besucht - und sollen zahlen. Das Ministerium verteidigt die Schule.

Das Bußgeldverfahren gegen Rendsburger Eltern, deren Sohn nicht am Moscheebesuch im Rahmen des Geographieunterrichts teilnahm, sorgt weiterhin für Diskussionen. Das Kieler Bildungsministerium hat jetzt zu einigen offenen Fragen Stellung genommen.

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Antwort: Im aktuellen Verfassungsschutzbericht (2015) wird „Milli Görüs“ neu bewertet und nur noch in einer Fußnote erwähnt, weil der Verfassungsschutz der Auffassung ist, dass „nicht mehr alle Gliederungen der ‚Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs‘ (IGMG) als verfassungsfeindlich angesehen werden“. Die Rendsburger Moschee wird daher nicht mehr beobachtet; die Schule konnte und kann davon ausgehen, dass es heute keine Bedenken des Verfassungsschutzes gibt.

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Antwort: Im Geographieunterricht werden bei der Betrachtung einer Region auch die kulturellen und religiösen Gegebenheiten mit berücksichtigt. Beim Thema „Der Orient – Machtfaktoren Wasser und Erdöl“ spielt insofern die islamische Kultur eine Rolle, wie auch bei der Behandlung eines christlich geprägten Landes die christliche Kultur mit in den Blick genommen wird.

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Antwort: Ja, der Vater hatte vorgeschlagen, den Sohn alternativ am Unterricht einer Parallelklasse teilnehmen zu lassen. Dieses wurde von der Schule abgelehnt, denn im Rahmen des lehrplankonformen Geographieunterrichts sollte den Schülern Einblick in die Kultur von muslimischen Gesellschaften gegeben werden. Es ging nicht um Fragen der positiven oder negativen Religionsfreiheit. Mit dem Besuch der Moschee im Rahmen des Geographieunterrichts entspricht die Schule dem grundlegenden pädagogischen Ziel gemäß § 4 Abs. 6 Satz 1 SchulG (Schulgesetz) Schleswig-Holstein: „Die Schule soll die Offenheit des jungen Menschen gegenüber kultureller und religiöser Vielfalt, den Willen zur Völkerverständigung und die Friedensfähigkeit fördern.“

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Antwort: Schulrat Stargardt musste bei der Anfrage davon ausgehen, dass sich diese auf den Religionsunterricht eines Gymnasiums bezieht. Der Moscheebesuch war aber Teil einer erdkundlichen Exkursion zum Thema „fremde Kulturen“, der nicht durch den Besuch des Unterrichts in einer Parallelklasse hätte kompensiert werden können.

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Gibt es vergleichbare Fälle, in denen Bußgelder erhoben wurden – etwa bei der Weigerung, an Sexualkunde- oder Sportunterricht sowie Klassenfahrten teilzunehmen?

Antwort: Diese Bußgeld-Fälle dokumentieren die Ordnungsämter, die dafür zuständig sind. Schulen versuchen in der Regel meistens zunächst, Fragen im Gespräch zwischen Schule, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern zu klären.