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Rendsburg Letzte Handgriffe vor Schulbeginn

Von Lars Friedrich | 29.08.2017, 11:50 Uhr

In den Bildungseinrichtungen der Stadt wurde saniert und umgebaut – Herderschüler und Vereinssportler können wieder warm duschen.

Klopfen, hämmern, bohren – Sommerzeit ist Ferienzeit, aber keine Ruhezeit an den Schulen. Im Gegenteil: In den vergangenen Wochen war es an vielen Stellen noch lauter als sonst. Die Abwesenheit der Schüler und Lehrer wurde genutzt, um zu reparieren und umzubauen.

Auf dem Hof der Herderschule standen gestern zahlreiche Firmenwagen, während innen diskutiert und gewerkelt wurde. Thomas Siegel, Fachdienstleiter Hochbau, und sein Stellvertreter Frank Müller unterhielten sich mit Schulleiter Dieter Anders über den Stand der Arbeiten und überzeugten sich von den Fortschritten. Viele Klassenräume sind bereits frisch gestrichen. Auch das bei einem Einbruch verwüstete Lehrerzimmer steht wohl wieder zur Verfügung, wenn am kommenden Montag das neue Schuljahr beginnt. Bis dahin müssen noch die Schränke zurückgetragen werden, die in Sicherheit gebracht wurden und zuletzt auf einem Schulflur ihr Dasein fristeten, weil die Eindringlinge einen Wasserschaden hinterlassen hatten.

Durch diesen soff auch der Terminplan der Schulsanierer ab: Eigentlich sollten in den vergangenen Wochen für 70.000 Euro die Büchereiräume im Sockelgeschoss zu Lehrerarbeitszimmer umgebaut werden. Doch daraus wurde nichts. „Der Schaden war so groß, dass die Rohbauarbeiten gestoppt und neu ausgeschrieben werden mussten“, sagte Müller. Bis auf die Schäden an einigen Schränken seien die Folgen des Einbruchs zwar von einer Versicherung abgedeckt, „aber die ganze Angelegenheit bindet natürlich Zeit und Personal“. Die exakte Schadenssumme steht noch nicht fest, ein Gutachten wird erstellt. Bürgermeister Pierre Gilgenast hatte in einer ersten Reaktion von rund 20.000 Euro gesprochen. Der Unterricht wird durch die Verzögerung und die unfreiwilligen Zusatzarbeiten nicht beeinträchtigt. „Es handelt sich um einen abgeschirmten Kellerbereich, in dem kein Unterricht stattfindet“, sagte Siegel.

Die Sanitär- und Fliesenarbeiten in den Dusch- und WC-Räumen der Sporthalle kommen ebenfalls gut voran. 50.000 Euro kosten allein diese Erneuerungen, von denen auch die Sportvereine profitieren. Müller erklärte: „Aus der Dusche kam kein warmes Wasser mehr.“ Deswegen seien sämtliche Wasserleitungen ausgewechselt und den neuen Trinkwasser-Hygienevorschriften angepasst worden. „Viel von dem Geld, das hier verbaut wurde, ist unsichtbar“, ergänzte Siegel.

Auch ein weißes Kästchen an der Wand der Umkleidekabine fällt kaum auf. Es gehört zur Klingel- und Alarmierungsanlage der Schule, mit der nun auch die Räume der Sporthalle verbunden sind. Kosten: 10.000 Euro.

Handwerker für all die anfallenden Arbeiten in der Ferienzeit zu finden, war nicht immer einfach. „Grundsätzlich war in diesem Jahr festzustellen, dass die örtlichen Firmen sehr gut mit Aufträgen ausgelastet sind“, sagte Siegel. Teilweise seien bis zu 50 Prozent Aufschlag verlangt worden. „Im Ergebnis mussten deshalb einige wenige anstehende Arbeiten auf später verschoben werden.“ Ganz überraschend kam diese Entwicklung für den Bauexperten nicht: In einer Zeit blühender Konjunktur gehe es halt auch dem Handwerk gut. „Für manche Aufträge sind europaweite Ausschreibungen vorgesehen, und trotzdem müssen wir teilweise froh sein, wenn wir überhaupt eine einzige Bewerbung bekommen“, sagte Siegel.

Ganz still war es an den Rendsburger Schulen aber auch in diesem Sommer nicht.

Rendsburg investiert in seine Schulen – von Alarmanlagen bis Sonnenschutz

Grundschule Mastbrook: Der Neubau der Mehrzweckhalle läuft wie vorgesehen weiter. Der Einbau von Schallschutzdecken in drei Klassenräumen (10.000 Euro) ist abgeschlossen. Bald werden noch die Rauchmelder erneuert (20.000 Euro).

Grundschule Neuwerk: Drei Schallschutzdecken wurden eingebaut (10.000 Euro). Heizungsverteiler wurden erneuert (30.000 Euro).

Grundschule Nobiskrug: Maler- und Bodenbelagsarbeiten wurden durchgeführt. Der Umbau des ehemaligen Hausmeister-Wohngebäudes zu Beratungs- und Büroräumen für das Familienzentrum hat inklusive Dachsanierung 100.000 Euro gekostet.

Grundschule Rotenhof: In zwei Klassenräumen wurden äußere Sonnenschutzanlagen montiert (8000 Euro). Für den Umbau des Werkraums zum Lehrerzimmer, der voraussichtlich Mitte Oktober abgeschlossen wird, sind 50.000 Euro fällig.

Gemeinschaftsschule Altstadt: Gearbeitet wurde an Sitzsteinen, Bänken, Müllplatz und Fahrrad-Abstellmöglichkeiten.

Christian-Timm-Schule: 8000 Euro wurden für den Abbruch eines maroden Pausengangdaches fällig.

Helene-Lange-Gymnasium: Die Erneuerung der Fenster im Verwaltungstrakt hat 50.000 Euro gekostet.

In das Gymnasium Kronwerk wurde eine Einbruchmeldeanlage eingebaut (12.000 Euro).